Schemenhafte Darstellung eines Autos in der Seitenansicht, es ist lediglich die Form erkennbar, keine Details.
+
Volkswagen gibt einen ersten Hinweis, wie der VW Trinity aussehen könnte. Ab 2026 wird das Fahrzeug in Wolfsburg produziert.

Das Flaggschiff der Digitalisierung

VW baut „Zeitmaschine“: So einen Volkswagen haben Sie noch nie gesehen

Der VW Trinity soll ab 2026 autonomes Fahren für alle möglich machen. Die neueste Technologie zum Preis eines VW-Golf - ist das Zukunftsmusik oder ein erster Schritt zur VW-Marktführerschaft im Bereich E-Mobilität?

Wolfsburg - „Wir werden Volkswagen in den nächsten Jahren so stark verändern wie nie zuvor“, sagt CEO Ralf Brandstätter im März 2021. Jedes Jahr wolle das Unternehmen mindestens ein neues Elektrofahrzeug auf den Markt bringen und damit langfristig Weltmarktführer im Bereich Elektromobilität werden. Das Modell Trinity könnte das Flaggschiff für dieses Geschäftsmodell werden.

Denn autonomes Fahren soll damit im Volumensegment ankommen. Das bedeutet: Nicht nur der Premium-Markt, auch die breite Masse soll diese Technologie nutzen können. Der Name Trinity ist kein Zufall. Die „Dreieinigkeit“ besteht aus drei Punkten: Autonomes Fahren für alle, den Bau des Fahrzeugs in Wolfsburg und die Software-Integration. Denn der wahre Gamechanger ist aus Sicht von VW die Digitalisierung. Software-Updates sollen beispielsweise künftig „over the air“ also per Wi-Fi erfolgen können – ähnlich einfach in der Anwendung wie eine neue App aufs Handy zu laden.

Schon 2023 will Volkswagen eine voll vernetzte Flotte von 500.000 Fahrzeugen unterhalten und direktes Kundenfeedback in neue Funktionen umwandeln können. Trinity bringt damit die neue Technologie in großen Stückzahlen. Der Datenaustausch der Flotte beispielsweise zur Verkehrslage oder zu Unfällen sorgt für einen Lerneffekt.

Volkswagen: Diese technischen Details des VW Trinity sind bekannt

Bereits Anfang März 2021 hat VW seine neue E-Limousine angekündigt. Viele Details sind noch nicht bekannt, doch vermutlich wird das Modell etwa 4,70 Meter lang sein, ein durchgehendes leuchtendes Band an der Front haben und in einer sportlichen Optik daherkommen. Technisch soll eine Reichweite bis zu 700 Kilometern möglich sein. Mit der 800-Volt-Ladetechnik soll „Laden so schnell wie tanken“ gehen, verspricht der Konzern. Dass das nicht nur heiße Luft ist, zeigt der Porsche Taycan, in dem der 800-Volt-Konzernstandard bereits verbaut ist. Der VW Trinity soll in der Basisversion etwa 35.000 Euro kosten und ab 2026 in Wolfsburg vom Band laufen. Sollte der Konzern den angekündigten Preis halten können, käme das einem gut ausgestatteten VW Golf gleich – inklusive der Technologie für autonomes Fahren.

Autonomes Fahren für alle? VW Trinity ausgestattet mit Level 4

Die Autobauer aus Wolfsburg wollen den VW Trinity standardmäßig mit autonomen Fahren in Level 2+ ausstatten, doch technisch soll das Modell bereit für Level 4 sein. Insgesamt gibt es fünf Level des autonomen Fahrens. Level 2 inkludiert bekannte Techniken wie einen Spurhalteassistenten oder Abstandstempomaten. Level 4 bedeutet bereits vollautomatisiertes Fahren. Die Fahrer sind nur noch Passagiere, das Auto übernimmt im Parkhaus oder auf der Autobahn die Fahrzeugführung. Allerdings ist diese Technik aktuell weder komplett marktreif noch existiert ein umfassender rechtlicher Rahmen für die Nutzung. Bis zum Produktionsbeginn 2026 könnte das allerdings schon anders aussehen. Es gibt bereits Modellprojekte zum autonomen Fahren in Deutschland – und auch der Bundestag hat kürzlich eine wichtige Entscheidung getroffen, wie das Video zeigt:

VW Trinity als Zeitmaschine? Kostenpunkt sechs Euro pro Tag

Das autonome Fahren basiert auf Machine Learning, bei dem Maschinen anhand von Algorithmen und eingespeisten Daten selbstständig lernen. Gegen eine Nutzungsgebühr könnten Trinity-Besitzer künftig autonome Funktionen zuschalten und dann etwa Valet-Parken aus der Zukunft nutzen: Der Bordcomputer übernimmt und parkt das Fahrzeug selbstständig im Parkhaus ein, während der Besitzer bereits shoppen geht. Als Kostenpunkt für autonomes Fahren gibt VW-Chef Herbert Diess sechs Euro pro Tag an. Die Chauffeur-Funktion für die Autobahn nennt CEO Brandstätter eine „Zeitmaschine“, denn dank des Fahrassistenten kämen Kunden nach einer langen Autobahnfahrt „entspannt am Ziel an“. Bis 2030 will VW den Anteil an E-Autos in Europa auf 70 Prozent anheben. In den USA und China soll der Marktanteil dann bei 50 Prozent liegen.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare