1. Startseite
  2. Wirtschaft

Fahrt mit dem ID.3 zum Gardasee: VW-Chef Diess genervt - er berichtet von „trauriger Angelegenheit“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Markus Hofstetter

Kommentare

Volkswagen-Chef Diess machte sich mit einem VW ID.3. auf in Urlaub zum Gardasee. Dabei machte er schlechte Erfahrungen. Das lag jedoch nicht an dem Auto.

München - Ein Selbstversuch wagte Volkswagen-Chef Herbert Diess in seinem diesjährigen Sommerurlaub. Er unternahm mit einem VW ID.3 eine Langstreckenfahrt vom Bodensee zum Gardasee. Doch es lief anscheinend nicht alles so glatt wie erwartet, wie er auf der Berufsnetzwerk Linkedin berichtet.

„War auch gerade erst am Bodensee mit mit dem ID.3: Rigoletto - dann an den Lago weiter“, schreibt Diess. „Habe jetzt einen ID.3 PRO S, sehr gute Reichweite bei zurückhaltender, defensiver Fahrweise - man könnte Bodensee - Gardasee ohne Zwischenladen bewältigen - vor allem im dichteren Urlaubsverkehr.“

VW-Chef Diess geht fast der Strom aus: Zu wenig Ladepunkte am Brenner

Diess war sich also sicher, die rund 480 Kilometer zwischen Bodensee und Gardasee in einem Rutsch durchfahren zu können. Doch dann wollte er offenbar am Brenner doch eine Ladepause einlegen. Hier gefiel ihm offenbar so einiges nicht. „Zu wenige Ladepunkte am Brenner! Nur 4 - klar, da hält jeder am Shopping Center. Besetzt.“, klagt Diess auf Linkedin.

VW-Chef Herbert Diess sitzt bei der World Premiere & Volkswagen Group Night At IAA 2019 in einem ID.3
VW-Chef Herbert Diess machte bei einer Langstreckenfahrt mit einem ID.3 schlechte Erfahrungen © Gisela Schober/VW

Ihm blieb also nichts anderes übrig, als sich wieder auf den Weg zu machen. „Also weitergefahren nach Trento. Auch nach der Kritik im letzten Jahr: kein WC, kein Kaffee, eine Säule außer Betrieb/defekt, traurige Angelegenheit. Das ist alles andere als ein Premium-Ladeerlebnis, Ionity!“, macht sich Diess seinen Ärger Luft.

VW-Chef Diess geht fast der Strom aus: Ausbau des Ladestationen-Netzwerks kommt nicht voran

Diess hat allen Grund zur Klage. Denn der Ladesäulenbetreiber Ionity ist ein Gemeinschaftsunternehmen, das BMW, Daimler, Ford und Volkswagen 2017 gründeten. Später stieß Hyundai hinzu. Die Firma soll ein Ladenetzwerk aufbauen, dass Langstreckenfahrten mit dem Elektroauto komfortabler machen soll.

Doch es hakt anscheinend bei der Umsetzung. Eigentlich sollte Ionity bis Ende 2020 400 Ladestationen bauen. Doch laut Handelsblatt waren es nur rund 300 Stationen mit 1200 Ladepunkten - und auch diese funktionieren nach den Erfahrungen von Diess offenbar nicht wie gewünscht.

Im Netz gibt es unterdessen Zweifel an der Tauglichkeit des VW ID.3 als Polizeiauto - es wird sich gar schlapp gelacht.

VW-Chef Diess geht fast der Strom aus: Ladenetzbetreiber reagiert auf Kritik

Ionity nahm sich die Kritik einer seiner Geldgeber zu Herzen. Denn Managing Director und COO von Ionity, Marcus Groll, antwortet prompt auf den Post des VW-Chefs. „Hallo Herbert Diess, vielen Dank für das Feedback. Der Standort am Brenner steht auf unserer Liste der Upgrade-Sites.“ Statt vier sollen in Zukunft sechs Ladestationen verfügbar sein.

Und auch den Kundenservice am Standort Trento wolle man verbessern. Man habe in diesem Sommer jedoch einen starken Anstieg der Auslastung an vielen Standorten zu verzeichnen gehabt, vor allem in Norwegen, Schweden und Frankreich. „Für den Standort in Trento arbeiten wir mit unserem Standort-Partner ENI an einer Verbesserung des Kundenservice“, erklärt Groll weiter. „Der defekte Lader ist gestern repariert worden. Viele Grüße nach Italien“. (mhof)

Auch interessant

Kommentare