VW wird angeblich eine beliebte und in der Vergangenheit erfolgreiche Modellreihe auf das Abstellgleis befördern
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VW wird angeblich eine beliebte und in der Vergangenheit erfolgreiche Modellreihe auf das Abstellgleis befördern.

Auf das Abstellgleis

VW schockt viele Fans: Darum fällt beliebte Modellreihe dem Umbruch zum Opfer

  • Patrick Freiwah
    VonPatrick Freiwah
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Zum 50-jährigen Jubiläum wird von Volkswagen eine beliebte Modellreihe auf das Abstellgleis geschoben. Die Neuausrichtung bei VW ergibt sich aufgrund der E-Mobilitätsoffensive.

Wolfsburg/München - Ungeachtet der Corona-Krise treibt Volkswagen mit aller Macht die Elektrifizierung voran. Das sorgte zuletzt für einen so nicht zu erwartenden Höhenflug der VW-Aktie, was dem Vernehmen nach zum großen Teil mit der Kampfansage an Tesla zu tun hat. Dieses ambitionierte Vorhaben ist bei Europas größtem Autokonzern mit vielerlei Umbrüchen behaftet.

Infolge einer der Maßnahmen müssen Fans der Modellreihe VW Polo nun ziemlich stark sein: 50 Jahre nach seiner Markteinführung wird der kultige Kleinwagen vom Konzern in wenigen Jahren auf das Abstellgleis geschoben. Das berichtet das Portal Business Insider mit Verweis auf verschiedene Quellen aus dem Volkswagen-Konzern.

VW verbannt Modellreihe Polo aus der Modellpalette - „So effizient wie möglich“

Die Innovationskraft im Hause VW sorgt schon länger für Entscheidungen, die auch enttäuschte Reaktionen mit sich bringen. Bereits die Aussicht, dass der Passat in wenigen Jahren aus der Angebotspalette fliegt, sorgte bei vielen Fans für Entsetzen. Die VW Passat Limousine wird in Bälde nicht mehr produziert, als Kombi Variant jedoch erstmal weiterbestehen.

Ein weiteres Modell der Wolfsburger wird offenbar ganz eingestellt. Es war seit Jahrzehnten Millionen von Autofahrern rund um den Globus ein treuer Weggefährte: der VW Polo. Entsprechende Andeutungen hatte der Chef der Sparte VW Pkw Anfang März bei einer Strategieveranstaltung im März gemacht. Ralf Brandstätter führte „Kernmodelle“ aus, die bei dem Hersteller mittelfristig eine Zukunft haben: VW Golf, Tiguan, Passat, Tayron und T-Roc. VW Tayron? Das ist kein Volkswagen-Modell in einem exotischen Markt, vielmehr trägt der kommende Nachfolger des Tiguan Allspace diese Bezeichnung.

Die rechte Hand von Konzernchef Herbert Diess erklärte weiter: „Wir brauchen den Verbrenner noch auf bestimmte Zeit, so effizient wie möglich. Deshalb bekommt die nächste Generation unserer Kernprodukte die neueste Generation der Plug-in-Hybrid-Technik. Diese Autos werden den Angaben nach eine elektrische Reichweite bis zu 100 Kilometer haben und stellen für jene VW-Kunden eine Lösung dar, die den Umstieg zur Elektromobilität (noch) nicht wagen.

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VW Polo: Darum fliegt der beliebte Kleinwagen aus dem Portfolio

Dass der bei Fahranfängern und Rentnern gleichermaßen beliebte VW Polo in der Aufzählung nicht vorhanden ist, hat angeblich mehrere Gründe, wie das Magazin mit Bezug auf VW-Kreise ausführt:

  • Eine Elektrifizierung der Antriebseinheit würde wie beim noch kleineren VW Up zu viel Geld verschlingen. So könnte offenbar das aktuelle Preisgefüge beim Polo nicht gehalten werden, ohne Einbußen bei der Marge.
  • Außerdem sei die Produktion des VW Polo in Pamplona (Spanien) ohnehin zu komplex und teuer.
  • Dazu ist der geschichtsträchtige Kleinwagen als frontgetriebenes Auto offenbar nicht mehr zeitgemäß.

Dass Volkswagen die große potenzielle Käuferschicht eines Kleinwagens außer Acht lässt, ist natürlich ausgeschlossen. Die Frage ist also: Womit möchte Deutschlands größter Autohersteller in diesem Segment künftig punkten? Hierfür gibt es gleich drei Lösungen.

Zum einen wird mit der Maßnahme die Kannibalisierungsgefahr reduziert: Mit dem VW T-Cross besitzt der Konzern einen Polo-ähnlichen Crossover, der aufgrund seiner Dimensionen in das gleiche Segment fällt, ähnlich viel kostet und somit die gleiche Zielgruppe besitzt. Ebenfalls eine Rolle spielt der Konzernbruder Skoda Fabia, auch ein Kleinwagen und schon heute eine beliebte - und etwas günstigere - Alternative zum VW Polo.

VW mit Elektroauto-Offensive: Stromer ID.2 ersetzt den Kleinwagen Polo

Der wichtigste Punkt: Ein weiterer Ersatz wird plangemäß im Jahr 2025 als Elektroauto an den Start gehen - 50 Jahre, nachdem der VW Polo der ersten Generation vorgestellt wurde. Unterhalb des VW ID.3 schicken die Niedersachsen nämlich einen kleineren E-Bruder an den Start, vermutlich den ID.2. Der war eigentlich für 2027 geplant, wird nun jedoch schon vorgezogen und soll ab etwa 20.000 Euro erhältlich sein.

Wie sich die neue Mobilitätsoffensive im Hause Volkswagen konkret darstellt, darüber hat der Konzern kürzlich beim „VW Power Day“ Ausblick gegeben:

Für VW-Polo-Liebhaber gibt es nichtsdestotrotz auch eine gute Nachricht. In Kürze bekommt die aktuelle Generation Polo 6 (AW) ein Facelift spendiert, das umfangreicher als sonst ausfallen soll und noch einige Zeit als Neuwagen angeboten wird. (PF)

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