+
Kosten für Rückrufe liegen üblicherweise immer unter den Sätzen anderer Werkstattarbeiten. Foto: Julian Stratenschulte

VW zahlt Werkstätten 60 Euro pro Software-Update

Für den VW-Konzern ist die größte Rückrufaktion der Firmengeschichte angelaufen. Den Anfang machen 8000 Amarok-Pick-up-Trucks. Allein ihr Software-Update kostet Volkswagen eine halbe Million Euro.

Wolfsburg (dpa) - Der VW-Konzern zahlt seinen Vertragswerkstätten für das Ausmerzen der illegalen Abgas-Software 60 Euro pro Fahrzeug. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur in Hannover von zuständiger Seite. Daran verdiene ein VW-Partner "praktisch nichts", hieß es.

Der Konzern gibt die reine Arbeitszeit für das Update der Diesel-Software mit einer halben Stunde an, für die Werkstatt kommen noch Dokumentation und Verwaltungsarbeit hinzu.

Zusätzlich zu den 60 Euro für das Update (ohne Mehrwertsteuer) können die Werkstätten bei Bedarf pauschal einen Hol-und-Bring-Service für die Autos der Kunden in Rechnung stellen oder - falls nötig - Kosten für einen Ersatzwagen. Ein Volkswagen-Sprecher wollte Details der Vergütung nicht kommentieren.

Kosten für Rückrufe liegen üblicherweise immer unter den Sätzen anderer Werkstattarbeiten. VW hatte den größten Rückruf in der Konzerngeschichte am Mittwoch mit dem Pick-up-Truck Amarok begonnen - es geht dabei um deutschlandweit rund 8000 Wagen.

In einigen Wochen sollen erste Varianten des Passat folgen. Auch sie sind Teil der ersten Rückrufwelle für Dieselmodelle mit dem Motor EA189 in der Abgasnorm Euro 5 mit 2,0 Litern Hubraum. Später im Jahr folgen dann betroffene Motoren mit 1,2 und 1,6 Litern. Insgesamt müssen 2,5 Millionen Autos des Konzerns zur Nachbesserung, darunter auch die VW-Schwestermarken Audi, Seat, Skoda und VW-Nutzfahrzeuge.

Die Wolfsburger bekräftigten, "den Nachbesserungsprozess für unsere Kunden so angenehm wie möglich" gestalten zu wollen. Dazu zähle auch auf Wunsch "die kostenfreie und angemessene Ersatzmobilität".

VW schreibt alle Halter nach und nach an. Die Autos sind trotz der verbotenen Software technisch fahrbereit und verkehrssicher. Die VW-Partner dürfen die Halteradressen behalten und später für Aktionen benutzen, etwa für Hinweise auf nahende Hauptuntersuchungen. Kunden können auf Wunsch dem Speichern ihrer Adresse widersprechen.

KBA zum Start des Rückrufes

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Geldwäsche in Deutschland? Zoll ertrinkt in Hinweisen
Immer häufiger werden dem Zoll Hinweise auf Geldwäsche gemeldet. Offenbar bleibt aber viel Arbeit liegen. Die Regierung beschwichtigt dennoch.
Geldwäsche in Deutschland? Zoll ertrinkt in Hinweisen
Easyjet darf Air Berlin-Teile endgültig übernehmen
Fast vier Monate nach der Insolvenz von Air Berlin ist nun endgültig klar: ein Teil geht an Easyjet. Bei den größten Teilen gibt es aber nach wie vor keine Klarheit.
Easyjet darf Air Berlin-Teile endgültig übernehmen
Dax lässt sich von Wall Street mitziehen
Frankfurt/Main (dpa) - Die Anleger am deutschen Aktienmarkt haben sich am Dienstag vor wichtigen geldpolitischen Entscheidungen letztlich doch noch aus der Deckung …
Dax lässt sich von Wall Street mitziehen
Ryanair-Piloten wollen streiken - Airline lehnt Gespräche ab
Beim Billigflieger Ryanair wurde noch nie gestreikt. Das soll sich nach dem Willen mehrerer europäischer Pilotengewerkschaften noch in diesem Jahr ändern. Auch in …
Ryanair-Piloten wollen streiken - Airline lehnt Gespräche ab

Kommentare