VW-Affäre: Heuer kein Strafverfahren mehr

- Braunschweig - Die Korruptionsaffäre bei Volkswagen wird die Justiz noch lange Zeit beschäftigen. Ein mögliches Strafverfahren gegen den entlassenen VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer sowie Ex-Skoda-Personalchef Helmuth Schuster werde frühestens 2006 beginnen, teilte die Staatsanwaltschaft Braunschweig mit. Die Behörde ermittelt gegen die Schlüsselfiguren der Affäre wegen Betrugs und Untreue. "Dieses Jahr kommt es bestimmt nicht mehr zu einer Gerichtsverhandlung", sagte der Sprecher Hans-Jürgen Grasemann. Die Ermittlungen seien zu komplex. Gegen Schuster ermittelt auch das indische Bundeskriminalamt.

m Arbeitsgerichtsprozess zwischen Gebauer und VW in Braunschweig hatte der Richter eine mündliche Verhandlung für den 17. November angesetzt, nachdem es bei der Güteverhandlung keine Einigung gab. Der Autobauer hatte dem Personalmanager, der für die Beziehungen zum Betriebsrat zuständig war, Ende Juni fristlos gekündigt. Dagegen klagt Gebauer.

Beim Gütetermin überreichte der VW-Chefjurist, Michael Ganninger, dem Richter einen Schriftsatz, in dem das Unternehmen die angeblichen Verfehlungen Gebauers auflistet. Ganninger zitierte öffentlich aus dem Schreiben und machte damit neue schwere Vorwürfe gegen Gebauer und Schuster bekannt. Sie hätten den Konzern als "Plattform" genutzt, um in die eigene Kasse zu wirtschaften. Derweil hat auch das indische Bundeskriminalamt offiziell Ermittlungen gegen Schuster aufgenommen.

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