VW-Affäre: Sechs Verfahren abgetrennt

- Braunschweig - In der VW-Affäre um Schmiergelder und Sexpartys auf Firmenkosten fallen im Frühjahr die ersten Entscheidungen der Justiz. Im dem umfangreichen Komplex von zwölf Ermittlungsverfahren seien sechs abgetrennt worden und würden nun einzeln entschieden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Klaus Ziehe, am Dienstag in Braunschweig.

Dabei gehe es um die Beschuldigten, die die Behörde eher am Rande des Geschehens sieht. In diesen Fällen sei im Mai oder Juni mit einer Entscheidung über Einstellung, Strafbefehl oder Anklage zu rechnen. Namen nannte der Behördensprecher nicht. Die Hannoversche "Neue Presse" hatte berichtet, in die Affäre komme Bewegung.

Die Abtrennung diene auch dazu, "die Aktenklarheit zu bewahren", sagte Ziehe. Sie betreffe auch nicht den Kernbereich des Verfahrens, sondern eher diejenigen, die wegen des Verdachts der Beihilfe zur Untreue beschuldigt seien, etwa weil sie an Partys auf Firmenkosten teilgenommen haben sollen. Bisher sei aber noch kein Verfahren eingestellt worden.

Die Schlüsselfiguren der Affäre, der Ex-Personalchef der VW-Tochter Skoda Helmuth Schuster und der frühere VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer, können dagegen nicht mit kurzfristigen Entscheidungen rechnen. Auch die Ermittlungsverfahren gegen den über den Skandal gestürzten VW-Arbeitsdirektor Peter Hartz und ExBetriebsratschef Klaus Volkert werden nach derzeitigen Stand wohl nicht abgetrennt.

Die VW-Affäre war im Sommer 2005 ins Rollen gekommen, als ein Netz von Tarnfirmen aufgeflogen war, mit deren Hilfe Schuster und Gebauer Geld auf eigene Konten umgeleitet haben sollen, das eigentlich VW zugestanden hätte. Durch solche Manipulationen sowie mit Eigenbelegen abgerechnete Lustreisen und Sexpartys unter anderem zur Begünstigung von Betriebsräten ist dem VW-Konzern millionenschwerer Schaden entstanden.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Tesla-Chef Musk happy: Streit um pupsendes Einhorn ist beigelegt
Wer hätte gedacht, dass ein Einhorn mit Blähungen für so viel Ärger sorgen kann? Aber Tesla-Chef Elon Musk kann nun Entwarnung geben.
Tesla-Chef Musk happy: Streit um pupsendes Einhorn ist beigelegt
Schlecker-Familie und Dayli beenden Millionenstreit
Linz (dpa) - Die Familie des einstigen Drogeriemoguls Anton Schlecker zahlt in Österreich Schadenersatz in unbekannter Höhe.
Schlecker-Familie und Dayli beenden Millionenstreit
USA und EU wollen freieren Handel
Der große Wurf ist bei der Konferenz der G20-Finanzminister in Buenos Aires nicht gelungen. USA und EU beteuern ihre Gesprächsbereitschaft, aber keiner bewegt sich. Am …
USA und EU wollen freieren Handel
Streiks drücken Gewinn bei Ryanair
Ryanair wird von Streiks des fliegenden Personals durchgeschüttelt. Die Auswirkungen sind schon in den Geschäftszahlen abzulesen. Es kann aber noch heftiger werden.
Streiks drücken Gewinn bei Ryanair

Kommentare