VW-Manager droht mit neuen Enthüllungen

- Wolfsburg - Die VW-Affäre dürfte im Arbeitsgericht Braunschweig für Gedränge sorgen. Dort werden sich der gefeuerte VW-Personalmanager Klaus-Joachim Gebauer und ein Anwalt des Autobauers gegenüberstehen. Der erste öffentliche Auftritt Gebauers seit Beginn der Affäre vor sechs Wochen macht einen Journalisten-Ansturm wahrscheinlich. Der Ex-Manager gilt als Schlüsselfigur der Korruptionsaffäre, die Justiz ermittelt, ob er Geld von VW veruntreut hat. Gebauer soll zudem "Lustreisen" für Betriebsräte organisiert haben. Die Güteverhandlung, die dem eigentlichen Kündigungsschutzprozess vorausgeht, wird voraussichtlich kurz ausfallen - VW hat kein Interesse an einer gütlichen Einigung.

Wie der "Focus" berichtete, will Gebauer auspacken und angeblich begünstigte Betriebsräte "outen". Gebauer verlange zudem eine fristgemäße Kündigung, die ihm eine Weiterzahlung seines Jahresgehalts von 90 000 Euro sichern würde. Daneben fordere er eine Abfindung für seine 32 Arbeits-Jahre im Konzern.

VW hatte Gebauer im Juni dieses Jahres gefeuert, dagegen wehrt er sich nun vor Gericht. Volkswagen habe die fristlose Kündigung nicht begründet, kritisiert Gebauers Anwalt, Wolfgang Kubicki. "Wir werden uns anhören, was VW zu sagen hat, und darauf antworten." Der Göttinger Zivilrechtler Alexander Bruns meint, VW könne sich wegen des "enormen öffentlichen Drucks" keine einvernehmliche Lösung, gar die Zahlung einer Abfindung, leisten. "Das wäre schwer vermittelbar, wenn man dem Mann jetzt noch ein Abfindung zahlt." Ein VW-Sprecher sagte, die "Schwere der Beschuldigungen" stünde einer Einigung mit Gebauer entgegen.

Die VW-Affäre wird verschiedene Gerichte voraussichtlich noch Jahre beschäftigen: So droht den Hauptfiguren der Affäre, Gebauer und dem ehemaligen Skoda-Personalchef Helmuth Schuster, ein Strafverfahren wegen des Vorwurfs, sie hätten mit Hilfe eines Firmengeflechts VW-Geld auf Privatkonten geschleust.

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