VW-Tarifkonflikt: 45 000 im Warnstreik

- Hannover/Wolfsburg - Im Tarifkonflikt bei Volkswagen hat sich trotz Annäherung in einzelnen Punkten noch kein Durchbruch abgezeichnet. Die IG Metall weitete ihre Warnstreiks erneut aus, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Erstmals gab es auch im Stammwerk Wolfsburg befristete Arbeitsniederlegungen. Daran beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben 45 000 Beschäftigte. VW-Betriebsratschef Klaus Volkert drohte mit einer Eskalation des Konflikts: "Entweder wir finden in den nächsten Stunden in den Verhandlungen einen vernünftigen Kompromiss, oder wir werden bei Volkswagen einen Konflikt erleben, wie ihn die Geschichte dieses Unternehmens bisher noch nicht gekannt hat."

<P>Bei der Fortsetzung der in der Nacht zum Dienstag vertagten Verhandlungen gab es zwar Bewegung, mit einer schnellen Einigung ist aber offensichtlich nicht zu rechnen. "Wir sehen bei einzelnen Feldern, dass wir uns annähern, wir liegen in anderen Feldern noch weit auseinander", sagte IG Metall-Verhandlungsführer Hartmut Meine in Hannover. Einzelheiten nannte er nicht. "Wann wir fertig werden, ist noch nicht absehbar."</P><P>Meine betonte aber "die gemeinsame Zielsetzung, zu einem guten Ergebnis zu kommen". VW-Unterhändler Josef-Fidelis Senn sprach von schwierigen Verhandlungen und einem komplizierten Programm.</P><P>Bei dem Warnstreik im VW-Stammwerk Wolfsburg zogen tausende Beschäftigte zu einer Kundgebung vor das Verwaltungsgebäude, in dem auch die VW-Führung sitzt. Betriebsratschef Volkert sagte, die Gewerkschaft lasse sich bei den Tarifverhandlungen nicht zu "Befehlsempfängern" machen. Der Wolfsburger IG-Metall-Chef Wolfgang Schulz sagte: "Wir werden verhandeln und wenn wir noch drei Tage verhandeln. Wir wollen eine Lösung am Verhandlungstisch."</P><P>Die Tarifverhandlungen für die 103 000 Beschäftigten der sechs westdeutschen Volkswagen-Werke waren am späten Montagabend nach gut neun Stunden unterbrochen worden. Für die ostdeutschen VW-Werke gilt ein eigener Tarifvertrag.</P>

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