Wachstum in China unerwartet hoch

- Peking - Das Wirtschaftswachstum in China lag trotz aller Bremsversuche der Regierung auch im ersten Halbjahr 2005 unerwartet hoch. Wie das nationale Statistikbüro (NBS) am Mittwoch in Peking mitteilte, wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) von Januar bis Juli um 9,5 Prozent und erreichte einen Wert von 812 Milliarden Dollar. Im Vorjahreszeitraum war das BIP um 9,7 Prozent gewachsen.

"Die nationale Wirtschaft hat sich in die erwartete Richtung entwickelt", erklärte das Statistikbüro. Allerdings gebe es immer noch Probleme mit zu hohen Investitionen in einigen Schlüsselbereichen. Die Industrieproduktion kletterte im ersten Halbjahr 2005 um 16,4 Prozent.Die chinesische Regierung versucht nach eigenen Aussagen, das Wachstum auf rund acht Prozent zu begrenzen. Die Zentralbank hatte deshalb 2004 erstmals in neun Jahren die Zinsen erhöht. Im vergangenen Jahr war das BIP Chinas um 9,5 Prozent und 2003 um 9,1 Prozent gewachsen.Die Investmentbank Goldman Sachs erhöhte am Mittwoch vor dem Hintergrund des "unerwartet starken" Wachstums im ersten Halbjahr ihre Prognose für das gesamte Jahr von 8,8 Prozent auf 9,2 Prozent. China riskiere aber "eine nennenswerte Abkühlung im Jahr 2006 und darüber hinaus", wenn das Land es nicht schaffe, die in einer engen Bandbreite an den Dollar gekoppelte Währung flexibler zu handhaben, warnte die Bank. Westliche Politiker haben der Regierung in Peking vorgehalten, sie halte den Kurs der Landeswährung Yuan absichtlich tief, um die Exporte zu fördern. Die Regierung hat versichert, sie werde den Wechselkurs auf längere Sicht schrittweise anheben, weigert sich aber kurzfristig größere Veränderungen vorzunehmen.

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