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Ein Report deckt u. a. die Missstände hinsichtlich der unterschiedlichen Einkommen zwischen Topmanagern und herkömmlichen Arbeitnehmern auf.

Chefs oder Angestellte?

Bizarre Wachstums-Schere: Wer vom Wirtschafts-Boom wirklich profitiert

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Ein Report des Deutschen Gewerkschaftsbundes deckt Missstände in Deutschland bezüglich Einkommen auf. Die finanzielle Kluft zwischen Topmanager und Arbeitnehmer wird stetig größer.

Ob es so weitergeht mit dem Daueraufschwung der deutschen Wirtschaft, der seit 2010 anhält? Man weiß es nicht. Wie sich die Früchte dieses letzten Booms mit seinen alljährlichen Wachstumsraten aber bisher auf die Bürger, vor allem die arbeitende Bevölkerung verteilt haben, hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) untersucht, als Datenbasis dienten die Zahlen statistischer Ämter und internationaler Organisationen. 

Beantwortet werden in dem Report viele Fragen, etwa nach der Bedeutung von Lohnentwicklungen, nach Managergehältern, nach der Gefahr massiv steigender Mieten, nach der Mehrung von Vermögen. Der Titel lautet folglich: Löhne, Mieten, Steuern – Schieflage beseitigen!

Welches Verhältnis besteht zwischen den Einkünften von Topmanagern und Angestellten?

Die Kluft zwischen dem, was in der Chefetage bezahlt wird, und was die Belegschaft erhält, ist unterschiedlich groß (siehe Grafik). Im Schnitt bezog ein Vorstandsvorsitzender eines DAX-notierten Unternehmens 2017 das 85-fache eines Mitarbeiters. Sprich: Der Arbeitnehmer müsste in diesem Betrieb 85 Jahre arbeiten, bis er das Jahressalär eines Top-Managers verdient hätte.

Gehältervergleich zwischen Topmanagern und normalen Arbeitnehmern.

Der DGB sieht in der Entwicklung der Managergehälter einen guten Indikator dafür, dass sich die Einkommen an der absoluten Spitze weiter von dem gesamtwirtschaftlichen Niveau entfernen. Dabei stehe bereits im Aktiengesetz von 1965, dass sich die Vergütung in einem „angemessenen Verhältnis zu den Aufgaben des Vorstandsmitgliedes und zur Lage der Gesellschaft“ bewegen soll.

Wie entwickelten sich die Löhne? 

Im internationalen Vergleich rangiert Deutschland bei der realen Einkommensentwicklung im unteren Mittelfeld. Die nominalen Bruttolöhne stiegen im Jahr 2017 mit einem Plus von 2,7 Prozent stärker als im Vorjahr. Weil aber die Preise im Vergleich zu den Vorjahren stärker anzogen, profitierten die Arbeitnehmer nicht voll von diesen Zuschlägen.

Bekanntes Problem: Finanzielle Ressourcen sind ungleich verteilt

Welche Einkommensunterschiede gibt es? 

Der DGB bemängelt, dass die Ost-West-Lohnangleichung „de facto seit 20 Jahren stagniert“. Allerdings verlaufe die Entwicklung von Branche zu Branche unterschiedlich. Unverändert ist die Benachteiligung von Frauen (21 Prozent weniger).

Wie sieht die Einkommensverteilung in der Gesellschaft aus? 

Die finanziellen Ressourcen sind sehr ungleich verteilt. Das gefährdet laut Gewerkschaftsbund den gesellschaftlichen Zusammenhalt und ist überdies „ökonomisch unvernünftig“. Die Einkommen seien „im Trend ungleicher verteilt als 2005. Immerhin hat die Einführung des Mindestlohns 2015 zu Steigerungen der Löhne am unteren Rand geführt. Die Warnung des DGB: Die Einkommensungleichheit bewegt sich in der Langfristperspektive auf einem hohen Niveau. Die Gefahr einer Rentenlücke sei in Deutschland „außerordentlich hoch“.

Ein Blick auf die Vermögen? 

Den Vermögenden geht es immer besser – derzeitiger Gesamtstand 11,7 Billionen Euro. Ein Prozent der Bevölkerung besitzt ein Drittel davon, die obersten zehn Prozent fast zwei Drittel. Der ärmeren Hälfte gehören gerade mal 2,4 Prozent des ganzen Polsters. Kritikwürdig findet der DGB, dass die Vermögenden in Deutschland kaum etwas an die Allgemeinheit abgeben müssen. Bei Steuern greifen sogar kapitalistische Länder wie die USA und Großbritannien wesentlich beherzter zu. Nur wenige Länder verschonen ihre Gespickten so wie die Bundesrepublik.

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BW

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