Wacker geht noch vor Ostern an die Börse

- München - Als Vorstandsvorsitzender einer börsennotierten Aktiengesellschaft muss sich Peter-Alexander Wacker demnächst offener geben. Bis Mitte April will der Chemiekonzern Wacker an die Börse gehen. "Details darf ich noch nicht nennen, erst muss ein gebilligter Prospekt vorliegen", sagte Konzernchef Wacker in München. Wie viele Anteile an die Börse gebracht werden, sagte er nicht.

Die Erstnotiz sei in der Woche vor Ostern geplant, vorausgesetzt das Marktumfeld bleibe positiv. Zuvor war aus Finanzkreisen zu hören, dass die Zeichnungsfrist schon am 27. März beginnen soll. Das Bankenkonsortium für den Börsengang werde von Morgan Stanley und UBS geführt. Das über 90-jährige Unternehmen bleibe aber unter der Kontrolle der Familie Wacker. "Die Familie ist festen Willens, eine Mehrheit an dem Unternehmen zu behalten. Die Familie denkt auch langfristig, nämlich über Generationen", sagte der Wacker-Chef. Ziel des Börsengangs sei mehr Freiheit und mehr Finanzmittel für das weitere Wachstum. Auch könnten mit dem geschätzten Milliardenerlös aus dem Börsengang die Schulden abgebaut werden. Die Wacker Chemie AG gilt als ein Kandidat für die zweite Börsenliga, den M-Dax.

Wacker Chemie konnte im vergangenen Jahr den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) auf 260,9 Millionen Euro mehr als verdoppeln. Auch die Halbleitertochter Siltronic, der größte Bereich, schreibe wieder schwarze Zahlen. Eine Abspaltung von Siltronic nach dem Börsengang verneinte Wacker ausdrücklich: "Siltronic ist ein fester Bestandteil des Konzerns, und ich sehe keinen Anlass, dass sich das ändern wird." 2004 war ein Börsengang von Siltronic wegen mangelnder Nachfrage abgeblasen worden.

Auch im laufenden Jahr erwartet Wacker weitere Steigerungen bei Umsatz und operativem Gewinn. Wacker beschäftigt weltweit 14 434 Menschen (31. Dezember 2005), davon 11 296 in Deutschland, und ist an rund 20 Produktionsstätten in verschiedenen Ländern tätig. Einen Zuwachs bei den Mitarbeiterzahlen erwarte Wacker vor allem im Ausland. Aber auch in Burghausen würden durch den Ausbau der Produktionskapazitäten 200 neue Stellen geschaffen.

79 Prozent des Konzernumsatzes von 2,756 (Vorjahr: 2,504) Milliarden Euro wurden im Ausland erwirtschaftet. In Asien - dem für Wacker zweitwichtigsten Markt nach Europa - wuchs der Umsatz im vergangenen Jahr um gut 30 Prozent. In den USA betrug das Plus 12,5 Prozent und in Europa ein Prozent.

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