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Rudolf Staudiglist seit sieben Jahren Chef der Wacker Chemie AG.

Chemie

Wacker verdreifacht Dividende nach Gewinnsprung

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München – Wacker wächst wieder. Nach einer Durststrecke in den vergangenen Jahren, hat sich der Gewinn 2014 mehr als verdreißigfacht.

Im laufenden Jahr will Rudolf Staudigl, Vorstandsvorsitzender des oberbayerischen Chemiekonzerns, nochmal eine Schippe drauflegen. Den Gewinn hatten 2014 zwar vor allem Sondererträge steigen lassen, die es 2015 nicht mehr geben wird. Umsatz und operatives Ergebnis sollen allerdings weiter wachsen.

Wachstumspotenzial sieht Staudigl vor allem im Ausland, was er gestern bei der Bilanz-Vorlage in München mit einem kleinen Zahlenspiel verdeutlichte: „In Deutschland liegt der Pro-Kopf-Bedarf für chemische Erzeugnisse bei etwa 1500 Euro im Jahr. In China sind es etwa 150 Euro. Und in Indien rund 60 Euro.“ Mit 42 Prozent Anteil am Konzernumsatz ist Asien bereits jetzt der mit Abstand wichtigste Absatzmarkt für Wacker. Insgesamt machten die Bayern im vergangenen Jahr rund 86 Prozent ihres Geschäfts im Ausland.

„Es war ein gutes Jahr“, bilanzierte Staudigl. In allen Geschäftsbereichen legten die Absatzzahlen zu. Der Gewinn sprang von sechs Millionen Euro im Vorjahr auf 195 Millionen. Der Umsatz legte um acht Prozent auf 4,8 Milliarden Euro zu (2013: 4,5). Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um mehr als 50 Prozent auf über eine Milliarde Euro. Die Trendwende zeigt sich auch in der Dividendenpolitik. Die Aktionäre sollen mit 1,50 Euro je Aktien von der guten Wirtschaftslage profitieren. Im vergangenen Jahr mussten sie sich mit 50 Cent je Aktie zufrieden geben.

Wacker kamen im vergangenen Jahr unter anderem höhere Preise zugute – vor allem für den Solarzellen-Rohstoff Polysilicium. Hier mussten die Bayern lange Jahre sinkende Preise hinnehmen, was das Ergebnis belastete. Im vergangenen Jahr zogen die Preise um rund zehn Prozent an – zeitgleich stellte Wacker mit 51 000 Tonnen Polysilicium einen Absatzrekord auf. Hintergrund ist die hohe Nachfrage aus Asien, wo das Solargeschäft stark im Kommen ist. China ist hier der wichtigste Absatzmarkt. Wacker hat vor diesem Hintergrund 2014 ein Abkommen mit dem chinesischen Wirtschaftsministerium getroffen, um Strafzölle für Polysilicium abzuwenden. Die Vereinbarung setzt bis April 2016 einen Mindestpreis für Polysilicium fest – im Gegenzug verzichten die Chinesen auf Strafzölle für Wacker-Produkte.

Das Chemiegeschäft des Konzerns ist in die drei Bereiche „Silicones“ (Silikonprodukte für die Industrie), „Polymers“ (unter anderem Dispersionsen, Farben und Lacke) und „Biosolutions“ (unter anderem Pharmaproteine und Lebensmittelzusatzstoffe) unterteilt. Dazu kommen die Geschäftsbereiche „Siltronic“ (Halbleiter) und „Polysilicon“ (Polysilicium). Den Geschäftsbereich „Siltronic“ will Wacker an die Börse bringen oder an einen Investor verkaufen, das gab der Konzern bereits Anfang März bekannt. Ob Wacker einen Börsengang oder einen Verkauf bevorzugen würde, wann mit einer Entscheidung zu rechnen sei, und was die Bayern mit dem Geld aus dem Verkauf anstellen wollen – all diese Fragen ließ Staudigl offen. „Alles ist möglich“, erklärte er.

Investiert wird bei Wacker momentan vor allem im Ausland – in Charleston im US- Bundesstaat Tennessee baut der Konzern eine Polysilicium-Produktion auf. Hintergrund für die Wahl des Standorts waren vor allem die (im Vergleich zu Deutschland) niedrigen Energiekosten. 310 Millionen Euro flossen im vergangenen Jahr in das neue Werk, auch 2015 geht ein Großteil der Investitionen in Höhe von 700 Millionen Euro in die USA. Das Projekt sei auf der Zielgeraden, in der zweiten Jahreshälfte werde man die Anlagen hochfahren, kündigte Staudigl an.

Entsprechend steige 2015 auch die Zahl der Mitarbeiter im Ausland leicht an, erläuterte Vorstandsmitglied Tobias Ohler. In Deutschland sei dagegen mit einem leichten Rückgang zu rechnen. Aktuell sind bei Wacker rund 16 700 Menschen beschäftigt – knapp 12 400 davon in Deutschland, die meisten am Standort Burghausen.

Manuela Dollinger

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