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Boom bei Wärmepumpen - Was wichtig ist, für wen sich die Investition lohnt

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Von: Markus Hofstetter

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Wärmepumpe für den Neubau
Wärmepumpen sind in privaten Neubauten der neue Heizungsstandard. Für Altbauen sind sie aber noch nicht immer das richtige. © Daniel Maurer/dpa-tmn

Die Wärmepumpe gilt als die umweltfreundliche und zukunftssichere Alternative zur Öl- und Gasheizung. Doch nicht immer ist sie die richtige Heizungsart.

München - Die neue Bundesregierung hat sich beim Klimaschutz viel vorgenommen. Davon betroffen ist auch der Gebäudesektor. Laut Koalitionsvertrag soll ab dem 1. Januar 2025 jede neu eingebaute Heizung zu 65 Prozent mit erneuerbaren Energien betrieben werden.

Eine Möglichkeit, dieses Ziel umzusetzen, bieten Wärmepumpen, die als besonders umweltfreundlich gelten. Denn eine Wärmepumpe bezieht ihre Heizenergie aus der Umwelt, sei es Wasser, Erde, Außenluft oder Abluft. Noch ist die Heizungsart eine Nische, nur 2,8 Prozent der 43 Millionen Wohnungen in Deutschland haben laut FAZ eine Wärmepumpe. Doch sie ist im Kommen. Im vergangenen Jahr wurden über 40 Prozent der Neubauten damit ausgestattet

Mit Wärmepumpen Heizkosten senken: vor allem für Neubauten geeignet

Für in der Regel gut gedämmte Neubauten ist die Wärmepumpe auch am besten geeignet, da sie Strom verbraucht. Schwierig wird es in älteren Gebäuden. Steht ein Heizungstausch an, sei es wegen eines Defektes oder aus Altersgründen, ist die Wärmepumpe nicht immer die beste Wahl, ihr Betrieb kann in schlecht gedämmten Gebäuden wegen eines hohen Stromverbrauchs richtig teuer werden.

Eine Entscheidungshilfe können Energieberater und Heizungsinstallateure bieten, die eine Bestandsaufnahme machen. Sie stellen fest, in welchem Zustand die Anlagen im Haus sind, wie hoch der Verbrauch ist und wie sich dieser senken lässt. Der Staat fördert übrigens eine Energieberatung mit 80 Prozent des Honorars und maximal 1300 Euro bei Ein- und Zweifamilienhäusern.

Mit Wärmepumpen Heizkosten senken: Steigende Gaspreise machen sie attraktiv

Auch angesichts steigender Gaspreise* kann sich eine Wärmepumpe lohnen. Für ein Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr hat ein Vergleichsportal laut FAZ einen durchschnittlichen Gaspreis von 2596 Euro berechnet. Das ist rund 85 Prozent mehr als vor einem halben Jahr. Demnach fallen für eine Wärmepumpe, die auf eine Jahresarbeitszahl (JAZ) von 4 kommt und für 20.000 Kilowattstunden Wärme damit rund 5000 Kilowattstunden Wärmepumpenstrom benötigt, nur 1573 Euro an. In dieser Beispielrechnung würde sich eine Wärmepumpe zum Preis von 20.000 Euro inklusive staatlicher Förderung innerhalb von zehn Jahren amortisieren.

Die tatsächliche Einsparung hängt allerdings vom einzelnen Haus ab. Je besser es gedämmt ist, desto niedriger ist der Verbrauch. Neben den reinen Ausgaben für die Wärmepumpe fallen allerdings teilweise zusätzliche Ausgaben an, zum Beispiel für neue Heizkörper. Der Staat unterstützt allerdings die Hausbesitzer. Die Bundesregierung fördert die Anfangsinvestition in Erneuerbare-Energien-Hybridheizungen, Biomasse- und Wärmepumpenanlagen mit 35 Prozent. Noch einen Aufschlag von zehn Prozentpunkten gibt es, wenn die neue Anlage eine Ölheizung ablöst.

Mit Wärmepumpen Heizkosten senken: Bei Umsetzung sollte man nicht lange warten

Ist eine Wärmepumpe für ein Haus geeignet, sollte der Besitzer nicht lange mit der Umsetzung warten. Denn da die Nachfrage nach diesen Heizungen groß ist und weiter steigen dürfte*, werden wahrscheinlich auch die Preise nach oben gehen. Hinzu kommt der Fachkräftemangel, schon jetzt müssen Kunden teilweise lange auf Handwerker warten. Dieses Problem dürfte sich eher zuspitzen als abflauen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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