Wahl für Aufsichtsrat ungültig: Ermittlungen gegen Mobilcom

- Flensburg - Der Streit zwischen Mobilcom-Gründer Gerhard Schmid und dem heutigen Management des Unternehmens eskaliert: Die Staatsanwaltschaft Flensburg ermittelt laut "Focus" wegen einer Strafanzeige von Schmids Ehefrau Sybille Schmid-Sindram gegen Verantwortliche von Mobilcom wegen des Verdachts des versuchten Prozessbetrugs und der Urkundenfälschung.

<P>Die Anwälte von Schmid-Sindram werfen der Mobilcom-Spitze unlautere Methoden bei der Neubesetzung des Aufsichtsrats vor, die zur Wahl des jetzigen Aufsichtsratschefs Dieter Vogel geführt haben sollen. Der frühere Thyssen-Chef war 2003 nach mehreren gescheiterten Anläufen gewählt worden.</P><P>Laut Focus soll für die Wahl die Stimme des von Vogel vorgeschlagenen Aufsichtsrats Horst Dietz entscheidend gewesen sein. Dietz habe den zum Schmid-Lager zählenden Carsten Meyer ersetzt. Gegen diesen Wechsel im Aufsichtsrat klagten die Schmids erfolgreich vor dem Landgericht Flensburg: Laut Urteil war Dietz nie rechtskräftig Mobilcom-Aufsichtsrat geworden. Dagegen sagte Mobilcom-Sprecher Tobias Weitzel, Vogel sei ohne Gegenstimme gewählt worden. Deswegen sei es keineswegs auf die Stimme von Dietz angekommen.</P><P>Außerdem streiten Schmid und Mobilcom über die Sonderprüfung eines Gutachters zu einem Aktienoptionsgeschäft, das Schmid mit der Firma seiner Frau, Millenium GmbH, abgeschlossen habe. So teilte Mobilcom mit, der auf Antrag von Schmid-Sindram Anfang 2003 bestellte Sonderprüfer komme zu dem Schluss, dass Schmid als Vorstandsvorsitzender der Mobilcom AG pflichtwidrig gehandelt hat. Dagegen erklärte die Millenium GmbH, eine anwaltliche Bewertung der Sonderprüfung ergebe, dass kein Rückzahlungsanspruch der Mobilcom AG gegenüber Millenium oder gegen Schmid oder gegen Schmid-Sindram bestehe. Darum werde Millenium eine bereits eingereichte Klage gegen Mobilcom wegen des Vorwurfs der ungerechtfertigten Bereicherung weiter vorantreiben. Auch weist Millenium darauf hin, dass der Sonderprüfer Pflichtverstöße von Vorstand Thorsten Grenz und Chefjustiziar Ulrich Kalthoff aufgedeckt habe. Darauf schlug das Unternehmen zurück: Für den Mobilcom-Vorstand sei nicht nachvollziehbar, dass sich Schmid durch das Gutachten vom Vorwurf pflichtwidrigen Verhaltens entlastet sehe. Und: Das Gutachten weise nach, dass Schmid die Gesellschaft getäuscht hat.</P>

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