Wahldebakel: Trost von den Bossen

- Berlin - Bundeskanzler Gerhard Schröder hat angesichts der jüngsten Wahlniederlagen der SPD Zuspruch nötig. Für sein Festhalten an der "Agenda 2010" bekommt er deutliche Unterstützung von der Wirtschaft. "Wir bauen auf Sie", sagte der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Industrie, Michael Rogowski, auf der Jahrestagung des BDI. Rogowski sagte Schröder Unterstützung beim Reformprozess zu.

<P>Die Agenda 2010 der Bundesregierung sei "trotz des heftigen Gegenwinds aus den eigenen Reihen" ohne Alternative. Sie gehe allerdings nicht weit genug. "Noch beschränken wir uns auf Reparaturen an bestehenden Systemen", kritisierte Rogowski.</P><P> "Teilweise brauchen wir aber ganz neue Systeme." Dringend seien insbesondere ein Abbau der Schulden, ein Absenken der Staatsquote und eine Reduzierung der Lohnzusatzkosten. "Wir müssen länger arbeiten, später in Rente gehen, mehr Rente aus eigener Tasche bezahlen."<BR><BR>Rogowski setzte sich in seiner Eröffnungsrede im ehemaligen "Palast der Republik" der DDR für einen Abbau von Regulierung und Bürokratie in Deutschland und Europa ein. Insbesondere kritisierte er die nach Ansicht der Industrie zu strengen Auflagen beim Umweltschutz, die die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie gefährdeten. <BR><BR>Die Jahrestagung des BDI stand unter dem Motto: "Für ein attraktives Deutschland im neuen Europa". Neben Schröder, der mit höflichem Beifall empfangen wurde, sollten auch die CDU-Vorsitzende Angela Merkel sowie die Parteivorsitzenden von FDP und Grünen, Guido Westerwelle und Reinhard Bütikofer, vor den Delegierten sprechen.<BR><BR>Der polnische Staatspräsident Aleksander Kwasniewski, ein weiterer Polit-Gast, rief die deutschen Industriellen zu größerem Engagement in Polen auf. Deutschland sei zwar der größte Handelspartner Polens, liege bei den Direktinvestitionen aber nur auf dem vierten Platz, sagte Kwasniewski auf der BDI-Jahrestagung. Als Argument für Investitionen in Polen nannte Kwasniewski auch das Ausbildungsniveau der Arbeitskräfte. Es gebe eine "Generation gut ausgebildeter Europäer", die unbelastet von Konflikten der Vergangenheit sei.</P>

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