+
Theo Waigel (CSU) war Finanzminister unter Kanzler Helmut Kohl.

Waigel: Griechenland muss sich mehr anstrengen!

Berlin - Der frühere Finanzminister Theo Waigel (CSU) hat sich im Falle Griechenlands für “Hilfe zur Selbsthilfe“ ausgesprochen.

Lesen Sie dazu:

Streiks gegen Sparkurs: Griechen belagern Parlament

“Ich glaube, dass Hilfe zur Selbsthilfe der richtige Weg ist. Dafür muss Griechenland aber noch wesentlich mehr tun, als das bisher erkennbar geworden ist. Zudem hätte ich nichts gegen eine sanfte Umschuldung, wenn das im Einvernehmen gelingt“, sagte der CSU-Politiker dem “Tagesspiegel“ (Mittwochausgabe).

Waigel sagte weiter, er sei “natürlich dafür, dass der Stabilitätspakt nun wieder verschärft, dass stärker überwacht und koordiniert wird; dass es früher zu Sanktionen kommt. Und dass diese nicht mehr durch willkürliche Ratsentscheidungen verhindert werden können“.

“Griechenland hätte nicht Mitglied der Eurozone werden dürfen“, ergänzte Waigel. “Die haben erstens falsche Zahlen vorgelegt, und zweitens hat die Kontrolle der Europäer nicht funktioniert. Und ich lege schon wert auf die Tatsache, dass das nach meiner Zeit passiert ist.“

Riesen-Wut: Griechen streiken gegen Sparkurs

Riesen-Wut: Griechen streiken gegen Sparkurs

Noch einmal antreten als Finanzminister will Waigel aber nicht. “Die Sehnsucht, dieses Amt, das ich neuneinhalb Jahre bekleidet habe, noch mal zu übernehmen, hält sich in Grenzen. Zutrauen würde ich es mir, aber ich vertraue Wolfgang Schäuble, den ich schätze, dass er die Dinge gut löst.“

Waigel lobte im übrigen den äußeren und den inneren Wert des Euro. “Wenn Sie sich anschauen, wo der Euro heute steht - zurzeit bekommt man 1,46 Dollar dafür -, dann sind das 28 Cent mehr als zu seiner Einführung. Der Euro ist heute also um etwa 56 Cent mehr wert als die D-Mark bei ihrem Abschied“, sagte er. “Und was die Inflation anbelangt, so steigt die zwar etwas, aber insgesamt ist sie unter Kontrolle - in Deutschland betrug sie in den vergangenen zwölf Jahren durchschnittlich 1,5 Prozent. Da kann niemand sagen, dass diese Währung nicht ihr Potenzial entfacht hätte.“

dapd

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

EU und Mexiko erzielen Durchbruch für neues Handelsabkommen
Nach den protektionistischen Tönen aus den USA rückt die EU mit alten Handelspartnern näher zusammen, in diesem Fall Mexiko. Man glaube an offenen und regelbasierten …
EU und Mexiko erzielen Durchbruch für neues Handelsabkommen
IWF erneuert Warnung vor Gefahren für Weltwirtschaft
Washington (dpa) - Trotz allgemein guter Konjunkturaussichten hält der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Warnungen vor drohenden Gefahren für die Weltwirtschaft …
IWF erneuert Warnung vor Gefahren für Weltwirtschaft
Elektrotechnik-Verband: Harter Wettbewerb um Fachkräfte
Frankfurt/Main (dpa) - Miteinander vernetzte Maschinen, "intelligente" Häuser, Elektroautos: Diese digitalen Trends werden nach Ansicht von Experten dazu führen, dass …
Elektrotechnik-Verband: Harter Wettbewerb um Fachkräfte
Unglaublich: Lidl verkauft in Zukunft auch Cannabis
Neben Alkohol und Zigaretten findet man zukünftig auch noch andere berauschende Mittel in den Regalen von Lidl. Der Discounter-Riese bietet jetzt auch Cannabis-Produkte …
Unglaublich: Lidl verkauft in Zukunft auch Cannabis

Kommentare