Wall Street freut sich auf Google

- München - Der für Spätsommer oder Herbst geplante Börsengang des Suchmaschinen-Betreibers Google ist für die Wall Street das Ereignis des Jahres: Erstmals seit dem Platzen der Internet-Blase trauen Branchenexperten einem Unternehmen wieder einen gelungenen Börsenstart zu.

<P>Der Plan der Google-Führungsriege, durch den Verkauf von Aktien bis zu 2,7 Milliarden Dollar einzunehmen, könnte also durchaus aufgehen. Mit dem frischen Kapital will man die Marktführerschaft gegen den alten Rivalen Yahoo und vor allem auch gegen Microsoft verteidigen, das vehement in das Suchmaschinengeschäft drängt. Und Investitionen sind dringend notwendig, denn einige Fachleute sind skeptisch, ob Google die rasante Erfolgsgeschichte auch in Zukunft weiterschreiben kann.<BR><BR>Ebenso schnell wie die Suchmaschine vor einigen Jahren die damalige Nummer eins Altavista überholte, könne sie im schnelllebigen Internet ihre Spitzenposition auch wieder verlieren, glaubt etwa ein Analyst des Marktforschungsinstituts Forrester Research. Andere Branchenbeobachter sehen das ähnlich und prophezeien Google ein Schicksal wie dem Browser-Hersteller Netscape. </P><P>Der war bis Mitte der 90er-Jahre Marktführer mit seinem "Netscape Navigator". Dann stieg Microsoft mit dem "Internet Explorer" in das Geschäft ein und verdrängte den Konkurrenten innerhalb kürzester Zeit. Heute dominiert der Softwareriese aus Redmond 90 Prozent des Browsermarktes - und hofft, ein ähnliches Gesellenstück bei den Internet-Suchmaschinen zu wiederholen: Bis Ende 2004 will Microsoft eine eigene Plattform fertig entwickeln und in seinem Portal www.msn.com integrieren.<BR><BR>Bei Google gibt man sich dennoch selbstbewusst. "Es gibt immer die Annahme, dass Google das nächste Netscape wird", sagt Chef Eric Schmidt. In seinen Augen mache das aber keinen Sinn, denn Google mache seine Geschäfte nicht mit Software, sondern vor allem mit dem Anzeigenverkauf.<BR><BR>Allerdings weiß man über die Gefahren durchaus Bescheid. Ein Prospekt, den Google zum geplanten Börsengang vorgelegt hat, listet auf 20 Seiten Geschäftsrisiken auf. Unter anderem heißt es: "Wenn es Microsoft oder Yahoo gelingt, gleich gute oder bessere Suchergebnisse zu präsentieren, könnten unsere Nutzerzahlen deutlich sinken." Dazu könnte es spätestens in sieben Jahren kommen: Im Jahr 2011 läuft die Exklusiv-Lizenz auf die Google-Kerntechnologie aus. Dann könnte auch die Konkurrenz die bislang geheime Suchtechnik von Google einsetzen und die oft gelobten, stimmigen Suchergebnisse erzielen.</P><P>@ www.google.de <BR><BR></P>

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