Wal-Mart wird Real: Zentrale vor dem Aus

- Düsseldorf - Die Übernahme des Deutschlandgeschäfts von Wal-Mart durch Metro geht nicht ohne Einschnitt über die Bühne. Metro-Chef Hans-Joachim Körber ließ bei der Vorlage der Quartalszahlen keinen Zweifel daran, dass es langfristig nicht nebeneinander zwei Zentralen von Wal-Mart Germany und Real geben könne. "Es muss auch klar sein, dass eine Vertriebslinie am Ende des Tages nur ein Headquarter braucht", sagte er.

Körber sieht aber gute Chancen für betroffene Mitarbeiter, innerhalb des Metro-Konzerns einen neuen Arbeitsplatz zu finden. Der Handelskonzern habe allein in Düsseldorf 5000 Arbeitsplätze. In Köln seien es 2000 und in Mönchengladbach 1000, erläuterte er. Der Konzern erwartet für Real Kostenvorteile bei gestiegener Einkaufsmacht.

Die Konzerntochter Real, die 2005 rote Zahlen schrieb, erzielte dank Kostensenkungen einen operativen Gewinnsprung. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) wurde auf 5,1 Millionen Euro mehr als verdreifacht. Der Umsatz stieg um zwei Prozent auf 2,4 Milliarden Euro.

Der Metro-Konzern profitierte von der Fußball-WM. Hinzu kam das Ostergeschäft, das in diesem Jahr in das zweite Quartal fiel. Der Konzernumsatz stieg im zweiten Quartal um 7,9 Prozent auf 14 Milliarden Euro. In Deutschland waren es zwei Prozent mehr. Der Vorsteuergewinn kletterte um 16,6 Prozent auf 201 Millionen Euro. Die Warenhaustochter Kaufhof verbuchte mit 4,8 Prozent einen so kräftigen Umsatzanstieg wie lange nicht mehr. Dabei spielten auch längere Öffnungszeiten bei der WM eine Rolle. Die Elektroniktöchter Media Markt und Saturn verkauften durch die WM mehr Fernseher.

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