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Walter Bau: Baustellen-Betrieb geht vorerst weiter

- Augsburg - Die Arbeiten auf den bundesweiten Walter-Baustellen können weiter gehen. Der vorläufige Insolvenzverwalter Werner Schneider erklärte, ein Bankenpool habe die notwendigen Mittel für eine "Kriegskasse" bereitgestellt. Über die Höhe der Finanzen wollte er keine Angaben machen.

<P>In der nächsten Woche soll ein Finanzplan für das laufende Jahr zu allen Bauvorhaben und Walter-Betriebsteilen vorgelegt werden. "Das Unternehmen wird für neue Aufträge in eine andere rechtliche Position gebracht", sagte Schneider. Angestrebt werde eine Kapitalgesellschaft als GmbH. Er kündigte weitere Insolvenzen von Walter-Töchterunternehmen an. "Fragen Sie mich nicht wie viel und welche." Walter Bau werde mit allen derzeitigen Geschäftsbereichen nicht mehr in der neuen Rechtsform vertreten sein.<BR><BR>Nach der Pleite des Walter-Bau-Konzerns geht unter den Mitarbeitern die Angst um. "Es herrscht existenzielle Angst und große Unsicherheit bei den betroffenen Familien", sagte der Gesamtbetriebsrats- und stellvertretende Aufsichtsrats-Vorsitzende Karl Bauer. Für Mitarbeiter, denen gekündigt werden muss, solle im Rahmen eines Sozialplans eine Beschäftigungs- und Transfergesellschaft gegründet werden. Ziel müsse aber der Erhalt von möglichst vielen Stellen sein. "Wir kämpfen um jeden Arbeitsplatz."<BR><BR>Die direkt betroffenen 4300 Mitarbeiter der Walter Bau-AG bekämen ihre Löhne und Gehälter für Januar in den nächsten Tagen ausgezahlt, da die Nürnberger Bundesagentur die Zahlungen genehmigt habe, sagte Bauer. Die betroffenen Beschäftigten erhalten zunächst 90 Prozent ihres Nettolohnes, den Rest am Ende der gesetzlichen Frist im März. Die Walter Bau-AG hatte am Dienstag als Kerngesellschaft des drittgrößten deutschen Baukonzerns mit insgesamt etwa 9500 Mitarbeitern Insolvenzantrag gestellt.<BR><BR>Die kurzfristige Fortführung des Geschäfts ist nicht mehr gefährdet. Der Deutschland-Verantwortliche der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, äußerte in Frankfurt die Zuversicht, dass die kreditgebenden Banken das Insolvenzverfahren "konstruktiv begleiten".<BR><BR>Nach einer Gesamtbetriebsratssitzung appellierte Bauer an die Deutsche Bahn und ihren Vorstandsvorsitzenden Hartmut Mehdorn, ausstehende Rechnungen in Höhe von 120 Millionen Euro zu begleichen. "Wir bitten Mehdorn inständig, das Geld sofort zur Verfügung zu stellen." Ignaz Walter hatte die Bahn mitverantwortlich gemacht für die Liquiditätsprobleme des Konzerns. Die Bahn hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.</P>

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