Walter Bau: Insolvenzverfahren läuft

- Augsburg - Das Ende des einst drittgrößten deutschen Baukonzerns Walter Bau ist besiegelt: Wie erwartet hat das Augsburger Amtsgericht auf den Tag genau zwei Monate nach dem Zusammenbruch des Bauriesens das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet. 4060 der zuletzt 9832 Konzernmitarbeiter verlieren nun ihren Arbeitsplatz. Ein Teil von ihnen kann jedoch vorerst in eine Beschäftigungsgesellschaft wechseln.

Die rentablen Teile des Inlandsgeschäfts wurden ausgegliedert und sollen kommende Woche endgültig an den österreichischen Bauriesen Strabag verkauft werden. Der Name des Firmengründers Ignaz Walter wird aus den geretteten Unternehmensteilen getilgt: Die Konzern-Überbleibsel firmieren künftig wieder unter Dywidag, nachdem die entsprechenden Firmenteile vor Übernahmen durch Walter Bau größtenteils zu Dyckerhoff und Widmann oder Heilit + Woerner gehört hatten.<BR><BR>Ein weiteres wertvolles Stück des Konzerns, der Tunnelbauspezialist DSI, gehört nicht zum Übernahmepaket der Österreicher und soll in Kürze in einem Bieter-Wettbewerb unter zahlreichen Interessenten verkauft werden.<BR>Die Zerschlagung von Walter Bau wird voraussichtlich am kommenden Mittwoch vollzogen, wenn der Gläubigerausschuss zusammentritt. "Bei dieser Sitzung soll die Zustimmung dieses Gremiums zu den bisher getroffenen Vereinbarungen erfolgen", erklärte Abwickler Werner Schneider.<BR><BR>Strabag erhält nächste Woche von Walter Bau unter anderem den Verkehrswegebau, das internationale Geschäft und Auftragsbücher für nach zahlreichen Kündigungen noch übrig gebliebene Baustellen. 3158 Mitarbeiter können unter das Strabag-Dach wechseln. Für 2600 inländische Walter-Beschäftigte sieht die Zukunft dagegen düster aus: Sie erhalten lediglich das Angebot, zu 80 Prozent des bisherigen Nettolohns in eine Beschäftigungsgesellschaft zu wechseln, wo sie vorerst für andere Jobs weiterqualifiziert werden sollen. Im Ausland gehen weitere 600 Arbeitsplätze verloren. Erhalten bleiben 2400 Stellen bei Tochtergesellschaften wie zum Beispiel DSI.

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