Walter Bau stellt Insolvenzantrag

- Augsburg - Nach wochenlangem Überlebenskampf ist der drittgrößte deutsche Baukonzern Walter Bau mit rund 9500 Beschäftigten pleite. Der Vorstand der Walter Bau-AG habe beschlossen, einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens zu stellen, teilte der Konzern mit.

Es sei "trotz großer Anstrengungen auf Unternehmens- und Finanziererseite" nicht gelungen, sich mit den Gläubigerbanken auf ein Rettungskonzept zu einigen. <P>Von dem Insolvenzantrag vor dem Amtsgericht Augsburg ist nach Angaben des Unternehmens nur die Obergesellschaft Walter Bau-AG betroffen und nicht die operativen Tochtergesellschaften. "Nach Ausschöpfung sämtlicher Möglichkeiten sieht der Vorstand der Walter Bau-AG in dem Insolvenzantrag die letzte Chance, wesentliche Teile des Konzerns und die dazugehörigen Arbeitsplätze zu erhalten."</P><P>Walter Bau hatte wochenlang mit den Gläubigerbanken und Kreditversicherern um die Zustimmung zum Rettungskonzept gerungen. Dem Konzept hätten alle 27 Gläubigerbanken und die Kreditversicherer zustimmen müssen. Zwar konnte Walter Bau den Großteil der Gläubiger überzeugen - aber nicht alle. </P><P>Zudem lief dem Unternehmen wegen eines Liquiditätsengpasses die Zeit davon. "Die Entwicklung in den vergangenen Wochen - gerade auch die Diskussion in der Öffentlichkeit - hat dem Geschäftsbetrieb massiv geschadet, insbesondere bei den laufenden Bauprojekten sowie bei der Hereinnahme neuer Aufträge." Dadurch habe sich die Liquiditätssituation weiter verschlechtert.</P><P>Nach dpa-Informationen wollten vor allem ABN Amro und die Bankgesellschaft Berlin das Sanierungskonzept des Vorstands nicht akzeptieren. Sie stellten massive Nachforderungen. Darauf sei der Vorstand nicht vorbereitet gewesen, hieß es in Unternehmenskreisen. Konzerngründer Ignaz Walter hatte bereits vor einigen Wochen einen Liquiditätsengpass eingeräumt. Auf Druck der Gläubigerbanken kündigte er am Wochenende seinen Rücktritt als Aufsichtsratschef an. Zuletzt wurde über eine Rettung von Walter Bau durch eine Fusion mit dem Strabag-Konzern spekuliert.</P>

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