Und los geht’s – wer seinen Lieben im fernen Ausland ein Weihnachtspackerl schicken möchte, muss sich sputen, damit es die Zusteller noch rechtzeitig bis zum Heiligabend schaffen. Foto: dpa

Wann die Päckchen weg müssen

Der Geschenke-Marathon ist in vollem Gange. Damit Ihr Päckchen rechtzeitig zu Weihnachten bei Freunden und Verwandten aus nah und fern ankommt, müssen Sie einiges beachten.

Zwei Milliarden Kinder, ein durch die verschiedenen Zeitzonen bedingter Arbeitstag von 31 Stunden - das Christkind ist ein vielbeschäftigtes Englein. Rechnerisch 822,6 Besuche müsste es pro Sekunde absolvieren, damit jedes Kind auf der Welt am Heiligabend seine Geschenke unterm Baum vorfindet. Weil das Christkind jedoch nicht mit 1040 km pro Sekunde, also der 3000-fachen Schallgeschwindigkeit fliegen kann, hat es tatkräftige Helfer am Boden: Neben der Post-Tochter DHL sind rund ein Dutzend bundesweiter Paketdienste damit beschäftigt, kleine und große Überraschungen durch Deutschland zu transportieren oder dafür zu sorgen, dass die Weihnachtspost auch auf Hawaii rechtzeitig ankommt.

Die Logistiker bei Post & Co rotieren, denn die Deutschen sind eifrige Grußverschicker und spendable Schenker. „Im Dezember haben wir rund doppelt so viele Briefe und drei Mal mehr Pakete als in den übrigen Monaten“, sagt Post-Sprecher Uwe Bensien. Die Post-Tochter DHL transportiert nach Unternehmensangaben täglich 2,7 Millionen Pakete und Päckchen.

Gute Alternativen zum „gelben Riesen“

Dabei ist der „gelbe Riese“ nicht immer die beste Wahl beim Weihnachtsversand: „Wer clever Konditionen vergleicht, kann einige Euro beim Versand sparen“, erklärt Eike Böttcher vom Internetportal „Posttip.de“. Je nachdem, wie groß und schwer ein Paket ist, kommen Verbraucher bei den Anbietern unterschiedlich gut weg. Für die klassische Geschenkform - das Päckchen (nicht zu verwechseln mit den in der untenstehenden Tabelle verglichenen Paketen) bis zwei Kilogramm - berechnet die Post-Tochter DHL 4,10 Euro, eine Versicherung ist jedoch nicht enthalten. Mitbewerber Hermes verlangt nur 20 Cent mehr, bietet jedoch eine Transportversicherung bis 500 Euro ohne Aufpreis an.

Größe schlägt Gewicht

Sparen können Verbraucher vor allem, wenn sie bei der Verpackung mitdenken - viele Anbieter berechnen die Preise nicht nach dem Gewicht einer Sendung, sondern nach ihrer Größe. So kostet beispielsweise ein 40-Kilo-Paket, bei dem die kürzeste und längste Seite zusammen 50 Zentimeter nicht überschreiten, bei GLS 5,90 Euro. Nur 3,65 Euro kostet ein Paket mit denselben Ausmaßen bei Hermes mit dem Online-Tarif „Shop2Shop“.

Online-Paketmarken meist günstiger

Weiteres Sparpotenzial bietet das Internet beim Weihnachtsversand - wer bei DHL seine Paketmarken online vorbereitet, bezahlt und direkt ausdruckt, wird mit einem Rabatt von einem Euro belohnt. Auch Hermes hat spezielle Online-Tarife im Angebot.

Rabatte für mehrere Packerl

Sparen können Verbraucher auch bei umfangreichen Versandaufträgen: „Wer eine große Familie hat oder viele Kunden zu Weihnachten mit einer Aufmerksamkeit bedenkt, sollte sich über eine Mehrversandmöglichkeit informieren. Die meisten Paketdienste räumen auf Anfrage Mehrversandrabatte an“, weiß Eike Böttcher vom Internetportal „Posttip.de“.

Im direkten Preisvergleich haben viele Paketdienstleister im Vergleich zu DHL und Hermes das Nachsehen - dafür locken sie mit einem Service, der vor allem bei großen und schweren Sendungen die Weihnachtsvorbereitung deutlich erleichtert - die Abholung der Sendung an der Haustür. Das günstigste Abholangebot hat der - in Deutschland noch unbekannte - Paketdienst GTS Post, hier zahlt der Paketkunde inklusive Abholung für ein 4-kg-Paket bei einer Paketgröße 40 x 25 x 15 cm lediglich 5,24 Euro. Mitbewerber „Der Courier“ berechnet für die Abholung eines Paketes 7,40 Euro, nur 55 Cent mehr kostet es bei „Paket.ag“.

Paketversender Iloxx ist für größere Sendungen mit einem Preis ab 8,79 Euro absolut konkurrenzfähig. Beim Abholservice sollten Verbraucher jedoch das Paket dort abholen lassen, wo sie über einen größeren Zeitraum erreichbar sind. „Empfehlenswert ist, das Paket vom Arbeitsplatz abholen zu lassen. Denn in der Regel ist man am Arbeitsplatz für den Paketdienstservice ganztägig erreichbar“, sagt Eike Böttcher von „Posttip.de“. Denn die Paketdienste können in der Vorweihnachtszeit die Abholzeiten nur schwer einhalten.

Pünktliche Lieferung nur mit Vorsprung

Damit es unterm Weihnachtsbaum bei den Lieben in der Ferne keine langen Gesichter gibt, sollten Verbraucher sich rechtzeitig über die bestehenden Versandfristen informieren. Für Paketsendungen in EU-Länder und die Schweiz gilt der 11. Dezember als letzter Stichtag. Pakete mit einem Ziel außerhalb der EU sollten bei der Post-Tochter DHL bis 3. Dezember abgegeben werden. Innerhalb Deutschlands hat die Überraschungs-Vorbereitung noch etwas Zeit: Kunden der Deutschen Post und Hermes müssen das Paket bis spätestens 22. Dezember aufgeben.

Großen Wert sollte beim Weihnachtsversand auch auf die Verpackung gelegt werden: „Nur wer nachweislich die Sendung ordnungsgemäß verpackt hat, kann bei Beschädigung des Inhalts den Wert erstattet bekommen“, heißt es in einem Verbraucherhinweis des Deutschen Verbandes für Post, Informationstechnologie und Telekommunikation. Bei Paketen, die beschädigt ankommen, sollte so schnell wie möglich innerhalb einer Woche reklamiert werden.

Von Sebastian Wieschowski

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