Wann Rentner Steuern zahlen müssen

München - Früher kamen Rentner meist ungeschoren davon, doch nun müssen Jahr für Jahr immer mehr von ihnen Steuern zahlen. Wir erklären, wen es betrifft:

Die kritische Grenze für die Steuerpflicht ist der Grundfreibetrag: zurzeit 7664 Euro jährlich für Ledige, 15 329 Euro für Ehepaare. Erst wenn das zu versteuernde Einkommen über dieser Summe liegt, wird Einkommensteuer fällig. „Da haben Ruheständler den Vorteil, dass nur ein Teil ihrer Rente steuerpflichtig ist“, schreibt Stiftung Warentest. Je nachdem in welchem Jahr der Betreffende aus dem Berufsleben ausschied, muss er 50 bis 56 Prozent der Rente versteuern:

-Wer 2005 oder früher Rentner wurde, muss 50 Prozent der Rente versteuern.

-Bei Renteneintritt im Jahr 2006 sind es 52 Prozent der Rente.

-Bei Rentenbeginn 2007 sind es 54 Prozent.

-Für Neurentner 2008 gelten 56 Prozent.

Dieser steuerpflichtige Rentenanteil steigt bis zum Jahr 2020 um jährlich zwei Prozent, danach um ein Prozent pro Jahr. Für Rentner, die 2040 in den Ruhestand gehen, wird dann die gesamte Rente steuerpflichtig.
Als Faustregel lässt sich den Finanzexperten zufolge sagen, dass Rentner die 2005 oder früher in den Ruhestand gingen, bis etwa 19 000 Euro Rente jährlich steuerfrei kassieren können, wenn sie keine weiteren steuerpflichtigen Einkünfte haben. Bei Rentnerehepaaren sind es rund 38 000 Euro. Wichtig dabei: Neben Pauschalen für Werbungskosten und Sonderausgaben werden auch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung von der Bruttorente abgezogen.

Kommen weitere Einnahmen hinzu, kann der Grundfreibetrag schnell erschöpft sein. Zu den Nebeneinkünften zählen zum Beispiel Zinsen oder andere Kapitalerträge, ebenso Mieteinnahmen, Arbeitslohn oder Honorare. Viele Nebeneinkünfte zählen nicht voll mit, klärt Stiftung Warentest auf, „vielmehr können Freibeträge genutzt werden“. So der Sparerfreibetrag von 750 Euro und die Werbungskostenpauschale von 51 Euro.

Die Tabelle (siehe links) zeigt, wie viel Rentner steuerfrei an Nebeneinkünften haben dürfen, und zwar immer nach Abzug der Werbungskosten und Betriebsausgaben und nach Abzug der Freibeträge. Der angeführte Altersentlastungsbetrag steht allen Rentnern zu, die 65 Jahre oder älter sind und beläuft sich auf maximal 40 Prozent der betreffenden Einkünfte, höchstens aber auf 1900 Euro im Jahr.

Die Stiftung Warentest weist darauf hin, dass die Tabellenwerte eher die Untergrenze dessen darstellen, was steuerfrei an Zusatzeinkünften vereinnahmt werden darf. Schließlich kommt es auf viele individuelle Faktoren an. Wer höhere Werbungskosten nachweisen kann (zum Beispiel für eine Rentenberatung) kann diese höheren Beträge geltend machen. Das gleiche gilt für Sonderausgaben für Kirchensteuer oder Spenden. Diese Beträge können Rentner ebenso absetzen wie außergewöhnliche Belastungen, zum Beispiel abzugsfähige Krankheits- oder Unterhaltskosten, Pflegeaufwendungen oder Behindertenpauschbetrag.

Mehr Informationen

zum Thema Senioren und Steuern steht im Finanztest-Ratgeber „Steuererklärung für Rentner 2008/2009“ (192 Seiten). Im Handel kostet er 12,90 Euro. Zu bestellen ist er auch im Internet unter www.test.de/Shop oder telefonisch unter 0 18 05/00 24 67.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Auch General Motors wegen Abgas-Vorwürfen verklagt
Die Autoindustrie droht noch tiefer im Abgas-Sumpf zu versinken. Nur wenige Tage nach Razzien bei Daimler und einer Klage der US-Regierung gegen Fiat Chrysler eröffnen …
Auch General Motors wegen Abgas-Vorwürfen verklagt
US-Wirtschaftsminister Ende Juni in Deutschland
Wirtschaftspolitisch hat es schon mächtig geknirscht zwischen Europa und der neuen US-Regierung. Die Deutschen wollen die Wogen glätten - nach der Kanzlerin war jetzt …
US-Wirtschaftsminister Ende Juni in Deutschland
Öl-Allianz ist sich einig: Förderlimit wird verlängert
Opec- und Nicht-Opec-Staaten rücken im Ringen um einen höheren Ölpreis immer näher zusammen. Doch das Signal einer Verlängerung des Förderlimits ist am Markt zunächst …
Öl-Allianz ist sich einig: Förderlimit wird verlängert
Dax knapp im Minus - schwankender Handel am Feiertag
Frankfurt/Main (dpa) - Der Dax hat einen launischen Handel an Christi Himmelfahrt mit einem leichten Minus beendet.
Dax knapp im Minus - schwankender Handel am Feiertag

Kommentare