Warmes Wetter, volle Lager: Handel ruft "Bayerns billigste Wochen" aus

- München -­ Von wegen teuer: Gefütterte Winterschuhe für 59 statt 139 Euro, die Thermohose für 39 statt 79 Euro, Alpinski für 499 statt fast 900 Euro. Auf Grund des viel zu milden Winters lockt der Handel schon seit Jahresbeginn mit Rotstiftpreisen.

Und zum diesjährigen Winterschlussverkauf (WSV), der am Montag beginnt, wird die Preisschraube nochmals nach unten gedreht. "Bayern sucht das Super-Schnäppchen" gibt der Landesverband des Bayerischen Einzelhandels als Motto aus.

Wegen der frühlingshaften Witterung sind die Lager übervoll mit warmer Winterware. Schnäppchenjäger können sich auf Rabatte von bis zu 70 Prozent freuen. So spricht der Branchenverband HDE in diesem Jahr auch von einem "fliegenden Start" in den Schlussverkauf. Die Einzelhändler hätten schon Anfang Januar flexibel auf das Wetter reagiert und die Preise teils kräftig gesenkt. Der Rotstift wurde aber auch angesetzt aus Sorge vor der möglichen Kaufzurückhaltung durch die höhere Mehrwertsteuer seit Jahresbeginn.

Mit "Saisonräumung" oder "Sale" starteten einige Unternehmen schon in der vergangenen Woche. Dennoch werde es in den letzten Januartagen das "absolute Finale" im Räumungsverkauf geben. Um Platz für neue Ware zu schaffen, werden vor allem Textilien und Wintersportartikel, aber auch Möbel, Spielwaren und Baumarktprodukte reduziert. "Der diesjährige WSV wird ein Knaller für die Kunden", versichert Branchensprecher Hubertus Pellengahr.

"Das werden Bayerns billigste Wochen", kündigt Erich Vorwohlt, Präsident des Landesverbands des Bayerischen Einzelhandels, an. "Trotz der Dauertiefpreise der vergangenen Wochen werden die Preise weiter purzeln." Die frühlingshaften Temperaturen seien "Gift" für die Händler gewesen.

Bei Textileinzelhändlern heißt es: "Vor allem warme Winterjacken, Mäntel und schwere Stricksachen sind bislang liegen geblieben." Nach Brancheneinschätzung könnte der normalerweise auf zwei Wochen angesetzte Schlussverkauf wegen der gut gefüllten Lager in diesem Jahr deutlich länger dauern und sich noch bis weit in den Februar hinziehen.

Die Textilkette C&A startete den Schlussverkauf bereits vergangenen Samstag. Der zum Metrokonzern gehörende Kaufhof setzte den Rotstift zum WSV am Freitag an. Auch einige Baumärkte, bei denen sich mangels Schnee und Eis derzeit Schlitten, Streusalz und Schneeschippen stapeln, beteiligen sich vereinzelt an der allgemeinen Saisonräumung.

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