Warnschuss für die Konjunktur

- München - Der starke Euro hat der Hoffnung auf einen Konjunkturaufschwung in der deutschen Wirtschaft einen Dämpfer versetzt. Nach neun Anstiegen in Folge verschlechterte sich der Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung im Februar überraschend deutlich von 97,5 auf 96,4 Punkte. Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn wertete den Rückgang als "kleinen Warnschuss" für die Konjunkturentwicklung.

<P> Viele Experten hatten lediglich mit einer Stagnation gerechnet. An den Börsen sorgte der Rückgang des Ifo-Index für schlechte Stimmung. Das Institut ermittelt das Konjunkturbarometer, das als wichtiger Frühindikator der Wirtschaft gilt, einmal monatlich aus einer Umfrage unter 7000 Unternehmen. Erstmals gab das Institut den Index aktuell für Gesamtdeutschland bekannt.<BR><BR>Ifo-Chef Sinn machte vor allem den starken Euro für die Eintrübung verantwortlich. "Wenn der Euro über 1,30 Dollar geht, wird es schon schwierig für die Unternehmen, in den Dollar-Raum zu exportieren." Die Europäische Zentralbank müsse den Kurs notfalls durch Interventionen stabilisieren. Von einer Zinssenkung zum derzeitigen Zeitpunkt riet Sinn allerdings ab. Vermutlich werde sich der Stimmungsaufschwung der vergangenen Monate nach der Unterbrechung im Februar fortsetzen. Das Ifo Institut sieht erst bei drei Rückgängen in Folge Zeichen für einen längerfristigen Abwärtstrend. Der Deutsche Aktienindex Dax rutschte nach Bekanntgabe des Index bis zum Mittag um 1,35 Prozent ins Minus auf 4013 Punkte.</P><P>Pessimistischer beurteilten die Unternehmen ihre Zukunftsaussichten für die kommenden sechs Monate. Der entsprechende Index verschlechterte sich von 102,9 auf 100,4 Punkte. Dagegen fielen die Urteile zur gegenwärtigen Geschäftslage mit 92,6 Punkten nahezu unverändert aus (Januar: 92,5 Punkte). Die Euro-Aufwertung drückte vor allem auf die Exporterwartungen in der Industrie. Auch die Großhandelsunternehmen zeigten sich skeptischer.<BR></P>

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