Warnstreik bei Eon: Stromversorgung bleibt trotz Ausstand gesichert

München - Im Tarifkonflikt beim Stromversorger Eon Energie haben die Gewerkschaften Verdi und IG BCE für heute zu einem bundesweiten Warnstreik aufgerufen. In Bayern soll unter anderem eine Kundgebung vor der Zentrale des Konzerns in München stattfinden.

"Die Beschäftigten des Eon-Konzerns sind empört und sauer über die bisherige Haltung ihres Arbeitgebers am Verhandlungstisch", sagte Jürgen Feuchtmann, Fachbereichsleiter bei Verdi Bayern. Er rechnet mit mehr als 2000 Teilnehmern an dem Protest. "Wir sind überrascht von der starken Resonanz trotz der Ferienzeit in Bayern."

Die Stromversorgung ist durch den Warnstreik nicht gefährdet. In einem nächsten Schritt seien jedoch unbefristete Streiks in den großen Kraftwerken möglich. Auch in diesem Fall würde die Stromversorgung nicht zusammenbrechen. Eon müsste allerdings möglicherweise größere Mengen Strom über den Markt aus dem Ausland einkaufen, was zu erheblichen Kosten führen kann.

Eon Energie hat sein Angebot an die Arbeitnehmer verteidigt. Das Angebot reiche weit über eine reine Vergütungserhöhung hinaus, sagte Vorstandsmitglied Hartmut Geldmacher gestern. "Wir bieten unseren Mitarbeitern ein umfassendes Zukunftspaket an, mit dem Arbeitsplätze und Vergütungen für viele Jahre gesichert werden." Allerdings müsse die Wettbewerbsfähigkeit durch eine Verlängerung der Arbeitszeit erhalten werden. Das Unternehmen hoffe, die Verhandlungen bald fortsetzen zu können.

Die Gewerkschaften fordern für die rund 30 000 Beschäftigten im Kern 8,5 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber hatten zuletzt eine Entgelterhöhung von 5 Prozent angeboten, im Gegenzug soll die Arbeitszeit um eine Stunde verlängert werden. Diese Mehrarbeit würde den Einkommenszuwachs aus Sicht von Verdi aber wieder um 2,8 Prozent reduzieren. 

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