Warnstreik bei T-Systems in sechs Bundesländern

- Frankfurt/Berlin - Die Telekom-Tochter T-Systems plant den Abbau von weiteren 1600 Arbeitsplätzen. Die Stellen sollen im kommenden Jahr im Bereich der Mittelstandsorganisation Business Services über verschiedene Arbeitszeitmodelle und Vorruhestandsregelungen gestrichen werden, sagte ein T-Systems- Sprecher der dpa.

Unter dem Strich blieben netto 300 Stellen, die bereits in den Konzernzahlen zu den Personaleinsparungen vom vergangenen Jahr enthalten seien.

T-Systems-Chef Lothar Pauly hatte die zusätzlichen Einsparungen in der "Computerwoche" angekündigt. Vor einigen Monaten hatte die Telekom-Tochter bereits den Abbau von 5500 Arbeitsplätzen bekannt gegeben. Gleichzeitig begann am Freitag begleitet von bundesweiten Warnstreiks die fünfte Tarifrunde für die rund 40 000 Beschäftigten des Unternehmens.

An den Warnstreiks beteiligten sich nach Angaben der Gewerkschaft ver.di rund 1500 Beschäftigte an verschiedenen Standorten. Es müsse endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt wird, sagte Lothar Schröder vom ver.di-Bundesvorstand. Die Gewerkschaft fordert Einkommensverbesserungen von 6 Prozent.

An diesem Freitag und am kommenden Montag verhandeln Unternehmensleitung und Gewerkschaft in der fünften Runde über einen neuen Tarifvertrag. "Wir sind verhandlungsbereit", sagte ein T- Systems-Sprecher. Ob ein neues Angebot des Arbeitgebers im Laufe der Gespräche auf den Tisch kommt, ist nicht klar.

T-Systems-Chef Pauly will die Konzerntochter stärker auf das internationale Geschäft ausrichten und Arbeitsplätze in Niedriglohnländer verlagern. "Wir müssen die heutige Quote von elf Prozent aus Niedriglohnländern deutlich erhöhen. In diesem Bereich haben wir schon etliche Züge verpasst", sagte er der "Computerwoche". Pauly soll als verantwortlicher Telekom-Vorstand das IT-Budget um eine Milliarde Euro kürzen und das interne Produktionsnetz modernisieren.

T-Systems beschäftigt derzeit rund 55 000 Menschen. Im ersten Halbjahr 2006 war der Umsatz um knapp 3 Prozent auf 6,1 Milliarden Euro und das bereinigte operative Ergebnis (EBITDA) um 18 Prozent auf 667 Millionen Euro geschrumpft.

Sorgen bereitet dem Telekom-Manager vor allem der dramatische Preisverfall von 15 bis 20 Prozent. Mit konventionellen Mitteln lasse sich das nicht auffangen, sagte er. International befinde sich T- Sytems auf gutem Weg. Rund 18 Prozent der Umsätze erziele das Unternehmen heute außerhalb von Deutschland. Im Jahr 2010 sollen es 30 Prozent sein.

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