Warnstreiks bei Busunternehmen - 10 000 Menschen betroffen

Rund 10 000 Schüler und Berufspendler waren am Dienstagvormittag nach Gewerkschaftsangaben von einem Warnstreik bei den privaten Busunternehmen in Schwaben betroffen. Schüler, die in Donauwörth bis 9.00 Uhr keine Busverbindung zu ihren Schulen bekamen, hatten nach Absprache mit dem örtlichen Schulamt frei.

Bestreikt wurden auch Busse in Gersthofen und Bobingen bei Augsburg. Die meisten Pendler stiegen auf ihre Privatautos um oder bildeten Fahrgemeinschaften.

Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di beteiligten sich an der vorübergehenden Arbeitsniederlegung bei den Busunternehmen rund 160 Beschäftigte. Sie streikten in Donauwörth und Bobingen mit Beginn der Frühschicht bis 9.00 Uhr, in Gersthofen dauerte der Ausstand bis in die Mittagsstunden.

Die Gewerkschaft fordert für die Beschäftigten 150 Euro mehr Entgelt im Monat und eine Sicherung des Manteltarifvertrages. "Die Verhandlungen ziehen sich jetzt über eineinhalb Jahre", sagte ein Gewerkschaftssprecher. Ein Schlichtungsversuch im vergangenen Jahr war gescheitert. Im Herbst 2007 hatten die Arbeitgeber eine Lohnerhöhung von 50 Euro ab Dezember 2007 und 30 Euro ab Januar 2009 angeboten. Gleichzeitig sollten Zulagen reduziert werden.

Dies hatte ver.di als inakzeptabel abgelehnt. Mit den Warnstreiks wolle man nun eine Verhandlungsbereitschaft bei den Arbeitgebern erzwingen. Für die rund 15 000 Busfahrer privater Unternehmen in Bayern waren die Löhne nach Gewerkschaftsangaben zuletzt im Januar 2005 um rund zwei Prozent gestiegen. Das Einkommen eines durchschnittlichen Busfahrers liege bei weniger als 1800 Euro brutto. Hinzu kommen noch Zulagen für Schichtarbeit und Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienste. Der Landesverband Bayerischer Omnibusunternehmen bezeichnete die Streikaktionen als "unverantwortlichen Crashkurs", der zulasten von Fahrgästen und der Arbeitsplatzsicherheit gehe. Ver.di solle das Schlichtungsergebnis vom Oktober akzeptieren, hieß es.

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