+
in Sindelfingen ließen Hunderte Daimler-Mitarbeiter ihre Arbeit ruhen. Foto: Daniel Naupold

Tausende Metallarbeiter bundesweit in Warnstreiks

Frankfurt/Main (dpa) - Unmittelbar nach Ende der Friedenspflicht in der Metall- und Elektroindustrie sind bundesweit tausende Beschäftigte in kurzfristige Warnstreiks getreten.

Die Aktionen der IG Metall begannen um Mitternacht in Betrieben mit Nachtschichten, wie zum Beispiel bei der Augsburger Airbus-Tochter Premium Aerotec oder dem weltweit größten Weißblechwerk von ThyssenKrupp Rasselstein im rheinland-pfälzischen Andernach. Mit den Warnstreiks will die IG Metall Druck aufbauen bis zur nächsten Verhandlungsrunde, die am 6. Februar im größten Tarifgebiet Nordrhein-Westfalen beginnt.

Die Gewerkschaft fordert für die mehr 3,7 Millionen Beschäftigten unter anderem eine Entgelterhöhung von 5,5 Prozent, die Arbeitgeber bieten 2,2 Prozent. Außerdem geht es um eine neuartige Bildungsteilzeit und verbesserte Regelungen zur Altersteilzeit. Die Arbeitgeber haben insbesondere die Vorstellungen der Gewerkschaft zur Weiterbildung strikt abgelehnt und auf ihre bisherigen Aktivitäten in diesem Feld verwiesen.

In die erste Welle der Warnstreiks wurden auch viele Betriebe der Autoindustrie einbezogen, in denen die IG Metall besonders stark vertreten ist. Der Gewerkschafts-Vize und Tarifexperte Jörg Hofmann sollte vor tausenden Beschäftigten der Kölner Ford-Werke sprechen, auch BMW wurde bestreikt. Auffällig häufig standen zudem Daimler-Werke auf den Listen der Warnstreik-Aktionen, etwa in Sindelfingen, Kassel, Bremen und Berlin.

"Das ist die erste Warnung an die Arbeitgeber", sagte Bayerns IG-Metall-Chef Jürgen Wechsler in Augsburg. Er hatte 2013 den vorangegangenen Abschluss gezimmert. Wenn kein besseres Angebot komme, würden in den nächsten Wochen noch viele Aktionen folgen.

Als "völlig unnötig" bezeichnete der Geschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Metallindustrie Wuppertal, Klaus-Peter Starke, die massiven Arbeitsniederlegungen. "Warnstreiks machen einen Tarifabschluss nicht leichter." Im Ausland habe niemand Verständnis für Arbeitsniederlegungen in der deutschen Metall- und Elektroindustrie. Die Gewerkschaft müsse wissen, dass Produktionsausfälle die Kundenbeziehungen empfindlich störten.

Metaller-Verdienste nach Bundesländern

Informationsseite Gesamtmetall "Fair für alle"

IG Metall zur Tarifrunde 2015

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Ärger bei Fans: Marke „Capri-Sonne“ verschwindet vom Markt
München - Mit der Marke Capri-Sonne verbinden manche zahlreiche Kindheitserinnerungen. Doch diese verschwindet jetzt vom Markt. Die Verbraucherzentrale warnt vor dem …
Ärger bei Fans: Marke „Capri-Sonne“ verschwindet vom Markt
Europa mit Orion auf dem Weg zum Mond
Europäische Technik ist wesentlicher Bestandteil des Raumschiffs Orion, mit dem Astronauten tiefer ins Weltall vordringen sollen als je zuvor. Die Kooperation könnte …
Europa mit Orion auf dem Weg zum Mond
Opel-Übernahme: Warten auf Job-Garantien aus Paris
Die Verhandlungen über den Zusammenschluss von Peugeot mit Opel kommen wohl rasch voran. Die Franzosen wissen, dass sie auf Politik und Gewerkschaften zugehen müssen. …
Opel-Übernahme: Warten auf Job-Garantien aus Paris
Opel-Übernahme: Noch keine schriftlichen Zusagen der Franzosen
Berlin - Bei den Opel-Gesprächen zwischen dem Autobauer PSA Peugeot-Citroën und der Bundesregierung gibt es noch keine wasserdichten Verpflichtungen der Franzosen, was …
Opel-Übernahme: Noch keine schriftlichen Zusagen der Franzosen

Kommentare