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Nichts geht mehr im Nahverkehr in NRW: Die Gewerkschaft Verdi streikt.

Warnstreiks legen NRW und Baden-Württemberg still

Düsseldorf - Warnstreiks im öffentlichen Dienst haben am Mittwoch zu erheblichen Beeinträchtigungen im Nahverkehr in NRW und Baden-Württemberg geführt. Die Gewerkschaft lässt die Muskeln spielen.

In vielen Städten blieben Busse und Bahnen in ihren Depots, Pendler stiegen aufs Auto um. Allein in Nordrhein-Westfalen legten nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di am Morgen mehr als 30.000 Staatsbedienstete die Arbeit nieder.

Die Aktionen hatten in der Nacht unter anderem in Bochum, Gelsenkirchen, Recklinghausen, Bonn, Köln und Düsseldorf begonnen. Einem ver.di-Sprecher zufolge waren der Nahverkehr, Stadtwerke, Energieversorger, die Müllabfuhr, Kitas, Schwimmbäder, Krankenhäuser, Senioreneinrichtungen und Job-Center von den Streiks betroffen. Ein Schwerpunkt der Aktionen lag im Rheinland und im Ruhrgebiet. Vor allem Berufspendler, die mit Bussen und Bahnen unterwegs sind, sollten mit Behinderungen rechnen, hieß es.

Nichts geht mehr - Bilder vom Streik

Nichts geht mehr! Warnstreiks legen NRW und Baden-Württemberg lahm

In Baden-Württemberg war unter anderem der öffentliche Nahverkehr betroffen. Seit den frühen Morgenstunden legten Mitarbeiter der Stuttgarter Straßenbahnen AG, des Städtischen Verkehrsbetriebs Esslingen sowie der Verkehrsbetriebe Karlsruhe die Arbeit nieder. In Stuttgart stiegen zahlreiche Pendler aufs Auto um, weil keine Busse und Bahnen fuhren. Die Polizei registrierte stadtweit ein erhöhtes Verkehrsaufkommen. Es habe aber keine schweren Beeinträchtigungen gegeben, hieß es.

Betroffen von den Arbeitsniederlegungen waren auch Kliniken, Kindergärten sowie städtische Verwaltungen. In der Landeshauptstadt waren infolge des Warnstreiks rund 85 Prozent aller städtischen Tageseinrichtungen für Kinder geschlossen. Arbeitskampf-Aktionen waren laut ver.di auch in mehreren anderen Städten geplant, darunter in Ulm, Konstanz, Böblingen und Rastatt. In mehreren Städten sollte es Kundgebungen geben. Die Gewerkschaft erwartete, dass landesweit etwa 10.000 Beschäftigte am Mittwoch in Warnstreik treten.

Auch in Sachsen-Anhalt wird gestreikt

In Sachsen-Anhalt legten am Vormittag in mehreren Städten rund 2.000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst die Arbeit nieder, wie Gewerkschaftssekretär Lothar Philipp auf dapd-Anfrage sagte. Unter anderem wurden die Stadtverwaltungen in Halle, Dessau und Naumburg bestreikt.

In Sachsen traten am Vormittag unter anderem Mitarbeiter der Stadtreinigung Leipzig, des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Dresden und der Stadtverwaltungen in Chemnitz und Zwickau in den Ausstand. Bei der Stadtreinigung Leipzig sei kein einziges Fahrzeug vom Hof gefahren, sagte eine örtliche ver.di-Sprecherin. Die komplette Schicht von rund 300 Beschäftigten habe sich am Streik beteiligt.

Warnstreiks auch in anderen Ländern angekündigt

Auch in anderen Bundesländern waren am Mittwoch Arbeitsniederlegungen geplant. Im brandenburgischen Cottbus wollten sich rund 500 Beschäftigte unter anderem aus der Stadtverwaltung und den Arbeitsagenturen an dem Ausstand beteiligen. In Thüringen waren Beschäftigte von Stadtverwaltungen, kommunalen Unternehmen und von Dienststellen der Bundeswehr zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen.

Mit den Warnstreiks will ver.di in der laufenden Tarifrunde ihren Forderungen Nachdruck verleihen. Die Gewerkschaft fordert 6,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens aber 200 Euro mehr für die rund zwei Millionen Beschäftigten von Bund und Kommunen. Das hatten die Arbeitgeber ohne Gegenangebot abgelehnt. In vielen Städten sollen die Warnstreiks am Donnerstag fortgesetzt werden. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 12. und 13. März angesetzt.

dapd/dpa

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