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Der Warnstreik bei der Post geht am Dienstag weiter, viele Briefe und Pakete bleiben liegen.

Tarifkonflikt bei der Post

Warnstreik: Die Briefkästen bleiben leer

Berlin - Vielerorts fanden die Menschen am Dienstag einen leeren Briefkasten vor. Denn im Tarifkonflikt bei der Post setzt Verdi weiterhin auf Warnstreiks. Am Mittwoch sollen diese noch ausgedehnt werden.

Briefträger im Warnstreik machen im Tarifkonflikt weiter Druck auf die Deutsche Post. Rund 2000 Postbeschäftigte hätten am Dienstag in fünf Bundesländern die Arbeit niedergelegt, erklärte Verdi in Berlin. Ein Post-Sprecher sprach von 1600 Streikenden. Für den Mittwoch plant die Gewerkschaft Ausstände in den übrigen elf Bundesländern. Dann sind alle außer Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen betroffen. Dort gab es bereits am Dienstag Warnstreiks.

Allein in Bayern rief die Gewerkschaft etwa 1000 Briefträger zu Warnstreiks auf, insbesondere Großstädte wie München, Augsburg und Rosenheim seien bestreikt worden. Die Kunden hätten davon aber kaum etwas gemerkt, erklärte die Post. 90 Prozent hätten ihre Briefe bekommen. Teils würden die Sendungen nun mit einem Tag Verzögerung ausgeliefert, sagte ein Unternehmenssprecher. Die Paketzustellung sei durch den Einsatz von zusätzlichem Personal „kaum betroffen“, sagte ein Post-Sprecher.

Warnstreiks sollen am Mittwoch noch mal ausgedehnt werden

Rund 700 Zusteller legten in Baden-Württemberg ihre Arbeit nieder. Schwerpunkt seien hier Städte wie Stuttgart und Karlsruhe gewesen, hieß es. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen streikten einige Hundert Beschäftigte.

Für Mittwoch plant die Gewerkschaft weitere Warnstreiks in den übrigen elf Bundesländern. Dann werde die Zahl der Beteiligten „deutlich über der Zahl von Dienstag“ liegen, sagte der Verdi-Sprecher. In Nordrhein-Westfalen etwa sollen demnach 1000 Zusteller die Arbeit niederlegen. Verdi will dort auf diese Weise die pünktliche Auslieferung von 1,5 Millionen Briefen und rund 120.000 Paketen verhindern.

"Klarmachen, was passieren kann, wenn wir uns nicht einigen"

Am Donnerstag treffen sich die Tarifparteien zur dritten Verhandlungsrunde. Verdi will für die 132.000 Tarifbeschäftigten sechs Prozent mehr Lohn, mindestens aber 140 Euro mehr im Monat durchsetzen. Die Post hatte bei den vergangenen Treffen noch kein Angebot vorgelegt.

Mit den Warnstreiks wolle die Gewerkschaft nun „klarmachen, was passieren kann, wenn wir uns nicht einigen“, sagte der Verdi-Sprecher. Es sei daher eine „ganz entscheidende Runde, die am Donnerstag beginnt“. Insgesamt beschäftigt die Post in Deutschland 175.000 Menschen, darunter mehr als 40.000 Beamte.

dpa

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