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„Für gute Arbeit gutes Geld“: Im Vorfeld der vierten Tarifrunde für Bayern demonstrierten gestern rund 5000 Metaller aus verschiedenen Münchner Betrieben an der Dachauer Straße vor dem MAN Truckforum.

Metall- und Elektroindustrie

Warnstreikwelle in Bayern erreicht Höhepunkt

München – Die Warnstreiks in der bayerischen Metall- und Elektroindustrie haben am Montag einen neuen Höhepunkt erreicht.

Insgesamt legten laut IG Metall rund 35.000 Metaller aus mehr als 100 Betrieben ihre Arbeit zeitweise nieder. Allein zur größten bayerischen Protestaktion in Ingolstadt kamen 16.000 Menschen. In München beteiligten sich laut Gewerkschaft mehr als 6500 Beschäftigte an den Ausständen.

„5 vor 12“ lautete das Motto einer Kundgebung an der Dachauer Straße, an der sich 5000 Metaller aus verschiedenen Münchner Betrieben beteiligten. Unter anderem gingen die Belegschaften von MAN, MTU, Siemens, Krauss Maffei Wegmann, Linde und Nokia Networks auf die Straße, um vor der vierten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Die Metaller reisten zum Teil mit Bussen an. Die Dachauer Straße wurde zeitweise gesperrt.

Die Teilnehmer der Warnstreiks forderten die Arbeitgeber auf, das bestehende Angebot zu verbessern. „Die Beschäftigten akzeptieren kein mickriges Angebot von 2,2 Prozent“, sagte Gewerkschafter Jörg Schlagbauer. Die IG Metall verlangt 5,5 Prozent mehr Geld, eine verbesserte Altersteilzeit und eine neue tarifliche Bildungsteilzeit.

Die vierte Verhandlungsrunde für Bayern beginnt am heutigen Nachmittag in München. Bereits gestern starteten die Tarifparteien in Baden-Württemberg Runde vier. Beide Seiten bekräftigten ihren Willen zur Einigung, ein Abschluss im Pilotbezirk Südwest könnte in den anderen Tarifgebieten übernommen werden. Mit 47 000 Warnstreik-Teilnehmern verzeichnete die IG Metall nach eigenen Angaben eine Rekordbilanz in Baden-Württemberg. Dies sei mehr als an jedem anderen Tag seit dem Ablauf der Friedenspflicht Ende Januar gewesen.  

mad/dpa

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