Warnstreikwelle bei Opel erfasst immer mehr Werke

- Rüsselsheim - Die Warnstreikwelle bei Opel erfasst immer mehr Werke und nimmt für den Mutterkonzern General Motors (GM) bedrohliche Ausmaße an. Aus Protest gegen weiteren Stellenabbau und drohende Werksschließungen wollen die GM-Arbeitnehmervertreter in ganz Europa Protestaktionen starten.

Der europäische Betriebsrat erwartet finanzielle Einbußen für den Konzern. "Der Sprung in die schwarzen Zahlen hängt am seidenen Faden", sagte der europäische Betriebsratsvorsitzende Klaus Franz. "Wir wollen weder das Unternehmen noch die Marke schädigen, aber wir fordern, dass die GM-Führung mit uns konstruktiv verhandelt."

General Motors Europa mit den Marken Opel, Vauxhall und Saab will nach Jahren hoher Verluste in diesem Jahr wieder Gewinne erzielen. Ein GM-Sprecher wollte die finanziellen Auswirkungen der Arbeitsniederlegungen nicht beziffern. "Der Ausfall hält sich in Grenzen und kann in Sonderschichten nachgeholt werden", sagte der Sprecher. Diese müssen allerdings vom Betriebsrat gebilligt werden, zuletzt waren in Eisenach vier Sonderschichten abgelehnt worden.

Mit Aktionen in Antwerpen und Bochum zielt der europäische Betriebsrat inzwischen auf die Produktion der beiden wichtigsten Opel-Modelle Astra und Zafira. Am Freitag legte nach Betriebsratsangaben die Belegschaft in Antwerpen die Arbeit vorübergehend nieder. Deswegen könnten rund 400 Wagen nicht gebaut werden, hieß es. Vor wenigen Tagen hatten rund 5000 Mitarbeiter im Opel-Stammwerk Rüsselsheim vorübergehend die Produktion ruhen lassen. Weitere Aktionen gab es bereits in Portugal, Spanien, Österreich und Ungarn.

Grund für die Proteste ist die von GM angekündigte Schließung des portugiesischen Werks in Azambuja mit 1150 Mitarbeitern, wo der Lieferwagen Combo gebaut wird. Der Betriebsrat fürchtet, dass bis zu 30 000 weitere Arbeitsplätze bei GM und Zulieferern in Europa bedroht sind. Die portugiesische Regierung drohte am Freitag im Fall der Schließung des Werkes mit der Rückforderung von Staatsbeihilfen. Für den Bau der Autofabrik hatte GM nach früheren Angaben mehr als 40 Millionen Euro staatliche Beihilfen erhalten.

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