Warnstreikwelle trifft NRW und Berlin

Düsseldorf - Und wieder lässt Verdi die Muskeln spielen. Diesmal trifft die Warnstreikwelle im öffentlichen Dienst Nordrhein-Westfalen und Berlin.

Die Gewerkschaft Verdi hat im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes ihre Warnstreiks in Nordrhein-Westfalen und Berlin fortgesetzt. “Die Warnstufe zwei ist erfolgreich angelaufen“, sagte der Verdi-Sprecher für NRW, Günter Isemeyer, der Nachrichtenagentur dpa am frühen Mittwochmorgen. In Düsseldorf, Köln und vielen Ruhrgebietsstädten soll der öffentliche Nahverkehr den ganzen Tag weitgehend lahmgelegt werden. Auch Kitas, Stadtverwaltungen oder Schwimmbäder bleiben den Tag über geschlossen. “Da wird es teilweise zu massiven Arbeitsniederlegungen kommen“, sagte Isemeyer.

Auch in Berlin begannen am Morgen die Warnstreiks. Hier sollen ganztägig unter anderem die Stadtreinigung, die Wasserbetriebe, zwei Kliniken des landeseigenen Krankenhauskonzerns Vivantes, Ministerien, Jobcenter sowie die Verwaltungen von Bundestag und Kanzleramt bestreikt werden. Verdi rechnet mit mehreren tausend Streikteilnehmern.

An Rhein und Ruhr hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bereits zum zweiten Mal binnen zwei Wochen zum Ausstand aufgerufen. Verdi geht davon aus, dass mehr als 55 000 Beschäftigte in Nordrhein- Westfalen die Arbeit heute ruhen lassen werden. Bestreikt werden auch Müllabfuhren, Theater, Sparkassen und Jobcenter. “In allen Bereichen der öffentlichen Dienstleistungen ist heute mit enormen Einschränkungen zu rechnen“, sagte Verdi-Sprecher Isemeyer. In kommunalen Krankenhäusern und Altenheimen gibt es Notfalldienste.

“Wir hoffen, dass dieser massive Warnstreik dafür sorgt, dass die Arbeitgeber in der kommenden Woche (...) endlich ein Angebot vorlegen“, sagte Isemeyer. “Wir machen das nicht aus Jux und Tollerei.“ Verdi fordert 6,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 200 Euro. Die Arbeitgeber - Bund und Kommunen - haben ein Stufenmodell angeboten, das nach ihrer Rechnung im zweiten Jahr auf ein Lohnplus von 3,3 Prozent hinauslaufen würde. Nach Verdi-Rechnung würde der Lohn jedoch über die gesamte Zeit nur um 1,77 Prozent steigen.

Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst werden in der kommenden Woche in Potsdam fortgesetzt. Schon Anfang des Monats hatte Verdi mit einer Warnstreikwelle durch ganz Deutschland die Forderungen untermauert.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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