IWF warnt: Erholung im Euroraum bleibt gefährdet

Washington - Ist die Finanzkrise bald überstanden? Der Internationale Währungsfonds glaubt nicht daran und warnt: Die wirtschaftliche Erholung im Euroraum steht auf wackeligen Beinen.

„Die Finanzmärkte bleiben fragmentiert, die Kreditkosten im Privatsektor der Peripherie sind weiterhin hoch, vor allem für kleine Firmen“, warnen die Ökonomen des Währungsfonds in einem am Donnerstag in Washington vorgestellten Länderbericht (Artikel IV Konsultation).

Das Risiko von Stagnation, sozialen und politischen Spannungen sowie von Ansteckungseffekten für die gesamte Weltwirtschaft habe zugenommen, so das Urteil des IWF. Als Gründe hierfür machen die Ökonomen unter anderem die steigende Arbeitslosigkeit, die konstant hohe Zahl erwerbsloser Jugendlicher sowie die schwache Nachfrage und den nach wie vor fragilen Bankensektor aus.

Allerdings findet der IWF auch lobende Worte für das Krisenmanagement der Euro-Retter: So seien die Finanzmärkte beruhigt worden durch das Versprechen der Europäischen Zentralbank (EZB), notfalls unbegrenzt Staatsanleihen von strauchelnden Euroländern zu kaufen. Auch durch die Einigung auf eine gemeinsame Bankenaufsicht und den Dauer-Hilfsfonds ESM seien bedeutende Risiken abgebaut worden.

Seine erst zu Monatsbeginn aktualisierten Wachstumsprognosen bestätigte der Währungsfonds. Die Vorhersagen zeigen, dass die Eurozone in den Augen des IWF das Sorgenkind der Weltwirtschaft bleibt: Für 2013 erwarten die Ökonomen einen Rückgang der Euro-Wirtschaft um 0,6 Prozent. Erst im nächsten Jahr dürfte der Währungsraum aus der Rezession kommen, doch auch dann rechnet der IWF nur mit einem mageren Wachstum von 0,9 Prozent.

dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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