Warnung vor Johannisbeeren aus dem Supermarkt

Hamburg - In Deutschland angebaute Johannisbeeren können nach Greenpeace-Angaben stark mit Pestiziden belastet sein. Laboranalysen aus vier großen Handelsketten belegten Kombinationen von bis zu neun verschiedenen Spritzmitteln. 

Das teilte die Umweltschutzorganisation am Montag in Hamburg mit. Die Umweltschützer warnten, die nachgewiesenen Pflanzenschutzmittel seien als gesundheitsgefährdend eingestuft. Getestet wurden 31 Proben von in Deutschland angebauten Johannisbeeren und Himbeeren, die Anfang Juli gekauft wurden. Himbeeren schnitten dabei deutlich besser ab als beim letzten Test. 29 Prozent der untersuchten Himbeeren waren pestizidfrei.

2009 waren es erst 20 Prozent. Getestete Bio-Produkte bestanden den Test. “In jeder untersuchten Johannisbeere stecken im Schnitt sechs Pestizide“, sagte Greenpeace-Chemieexperte Manfred Santen. “Beim letzten Beeren-Test 2006 wurden im Vergleich nur drei Pestizide pro Probe festgestellt.“ Einige der nachgewiesenen Spritzmittel könnten als Nervengift wirken, krebserregend sein oder den Hormonhaushalt und die Fortpflanzung beeinträchtigen.

Die Organisation fordert daher Grenzwerte für Mehrfach-Rückstände von Pestiziden. Greenpeace stelle bereits seit mehreren Jahren den Trend zu Pestizid-Mischungen in Obst und Gemüse fest, heißt es in der Mitteilung. Mit solchen Cocktails würden Produzenten die gesetzlichen Grenzwerte für einzelne Schädlingsbekämpfungsmittel umgehen.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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