Warnungen bald auch auf Bierflaschen

- München - Englische Biertrinker werden demnächst wohl nicht mehr ganz so unbeschwert genießen können wie noch bisher. Warnungen, wie Raucher sie bereits seit einiger Zeit auf ihren Zigarettenschachteln finden, könnten dann auch auf Bierflaschen und Dosen auftauchen. Zum Beispiel: "Verantwortungsvolle Verbraucher konsumieren nicht mehr als ein bis zwei Bier am Tag". Wie die Londoner Zeitung "Telegraph" berichtet hat der britische Bierkonzern Scottish & Newcastle nun als erster Brauer auf der Insel angekündigt, solche Aufschriften auf seinen Produkten anzubringen. Das gilt zunächst nur für die Marke Newcastle Brown Ale. Der Konzern braut daneben auch Fosters und Kronenbourg.

<P>Wie die Zeitung schreibt, ist zu erwarten, dass die Kennzeichnung auch von anderen Brauereien eingeführt und sich in Großbritannien zur gängigen Praxis entwickeln wird. Die Aufschriften sollen dem Vorbild der Warnhinweise auf Zigarettenschachteln folgen und deutlich sichtbar angebracht werden. Darauf soll der jeweilige Alkoholgehalt genau aufgelistet werden, verbunden mit Hinweisen, welche Mengen pro Tag nicht zu überschreiten sind, jeweils für Männer und Frauen. Die Brauerei reagiert laut dem "Telegraph" auf Ankündigungen der Regierung Blair, zunehmenden Alkoholmissbrauch bei Minderjährigen bekämpfen zu wollen.</P><P>Birte Kleppien vom Deutschen Brauerbund glaubt nicht, dass mit Warnhinweisen wie auf Zigarettenschachteln Verbraucher auch von zu viel Alkoholkonsum abgehalten werden. Auf dem deutschen Biermarkt werden solche Warnhinweise wohl nicht auftauchen, so Kleppien. Die Auszeichnung des Alkoholgehalts sei in Deutschland ohnehin längst verpflichtend vorgeschrieben: "Da sind wir den Engländern schon voraus." Empfehlungen zu Höchstmengen für den Bierkonsum seien darüber hinaus nicht förderlich, weil sie der individuellen Situation des Konsumten nicht Rechnung tragen. </P><P>Hintergrund der Ankündigung von Scottish & Newcastle ist die Diskussion über die Folgen des "binge drinking" ("binge", englisch für Gelage) in Großbritannien. Vor allem unter Jugendlichen findet der exzessive Konsum von Alkohol besonders an Wochenenden immer stärkere Verbreitung. <BR><BR>Die dadurch verursachten Schäden und Kosten lassen sich nach einer Studie der Blair-Regierung auf etwa 20 Milliarden Pfund (etwa 30 Milliarden Euro) jährlich beziffern.<BR></P>

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