Warten auf den Handwerker muss nicht umsonst sein

- Unpünktliche Handwerker kosten Zeit und Geld. Wer das Warten leid ist, kann jedoch leicht einen Auftrag entziehen und Schadensersatz verlangen. Besonders verbraucherfreundliche Änderungen des Bürgerlichen Gesetzbuchs (BGB) stärken seit Anfang 2002 die Ansprüche der Kunden.

<P>Nachfrist setzen</P><P>Oft genügt schon ein wenig Druck: "Erledigt der Handwerker den Auftrag nicht zu einem vereinbarten Termin oder innerhalb angemessener Zeit, kann ihm der Kunde eine Nachfrist setzen", sagt Jürgen Schröder von der Verbraucherzentrale NRW. Falls der Handwerker auch diese Frist verstreichen lässt, darf der Kunde vom Vertrag zurücktreten.</P><P>Während der Nachfrist müssen sich Kunden gedulden. Als Faustregel empfiehlt die Verbraucher-Zentrale einen Zeitraum von ein bis zwei Wochen. Wer auf Nummer sicher gehen will, setzt die Nachfrist schriftlich und schickt sie per Post oder Fax. "Sonst kann der Handwerker sagen, er habe von der Frist nichts gewusst", warnt Schröder.</P><P>Unternehmen wechseln</P><P>Auch eine halbfertige Baustelle in Bad oder Küche muss ein Verbraucher nicht ewig ertragen. Setzt der Handwerker bereits begonnene Arbeiten trotz Nachfrist nicht fort, findet sich hierfür bestimmt ein anderes Unternehmen. Bezahlen muss der Kunde nach Angaben der Verbraucherzentrale dann nur bereits erbrachte Teilleistungen.</P><P>Schadensersatz möglich</P><P>Ob der Handwerker die Arbeiten schließlich erledigt oder ein anderes Unternehmen einspringt: Der Kunde hat Anspruch auf Schadensersatz - vorausgesetzt, der Meister ist für die Verzögerung verantwortlich. Fehlendes Material oder starke Auslastung des Betriebes müsse ein Verbraucher jedenfalls nicht gelten lassen, sagt Dirk Belau, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Flensburg. Belau kennt allerdings auch Gründe, die zugunsten des Handwerkers sprechen: "Ein Klassiker sind Verzögerungen auf der Baustelle, wenn ein Handwerker nicht mit der Arbeit beginnen kann, weil ein anderer Betrieb nicht pünktlich fertig wird." Auch ein Feuer im Betrieb und andere Fälle "höherer Gewalt" müsse der Unternehmer nicht verantworten.</P><P>Wartezeit kein Schaden</P><P>Ebenso wenig wird ein Handwerker für den Zeitaufwand seines Kunden zahlen. Wer einen Urlaubstag opfert, um auf einen Klempner zu warten, der nicht kommt, hat Pech gehabt. "Das ist kein materieller Schaden, dafür gibt es nichts", erläutert Verbraucherschützer Jürgen Schröder. Mahnkosten und Anwaltsgebühren kann der Kunde hingegen berechnen: "Bei Verzug ist der Kunde berechtigt, einen Anwalt hinzuziehen", sagt Jurist Klaus Kemen.</P><P>Oft lassen sich Streitigkeiten zwischen Handwerker und Kunde aber außergerichtlich beilegen. Hierbei helfen - zumindest bei Innungsbetrieben - die Innungen. Sie unterhalten mitunter auch Schieds- und Schlichtungsstellen.</P><P>Verbraucher-Broschüre</P><P>Informationen zum Thema Kundenrechte bietet die Broschüre "Handwerker und Kundendienste. Was tun, wenn's zum Streit kommt?" und ist zum Preis von 5,80 Euro plus 2 Euro Porto zu beim Zentralversand der Verbraucherzentralen bestellen: Adersstraße 78, 40215 Düsseldorf oder per E-Mail unter publikationen@vz-nrw.de.<BR></P>

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