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Der Mond ist der einzige Himmelskörper jenseits der Erde, der bisher vom Menschen betreten wurde.

Neuer Logistik-Partner

Warum die Deutsche Post Pakete zum Mond liefert

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Berlin - Die Deutsche Post nimmt den Mond als Zielgebiet ins Visier. Sie wird Logistik-Partner von Astrobotic, einem US-Unternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat, mit kommerziellen Landefähren den Erdtrabanten anzufliegen, um dort für Kunden Güter abzusetzen.

Update vom 10. November 2016: Am Montag ist der größte Supermond seit 70 Jahren über Deutschland zu sehen. Wir haben zusammengefasst, was Sie zum Supermond am 14. November 2016 wissen müssen.

Fast ein halbes Jahrhundert nach den ersten bemannten Mondlandungen rückt der Erdtrabant erneut ins Interesse der Raumfahrtnationen. Er könnte zu einer Zwischenstation auf dem Weg zu weiter entfernten Himmelskörpern werden. Doch ebenso ist er Ziel künftiger Forschungsmissionen, die weitermachen, wo die US-Raumfahrtbehörde Nasa in den 1970er Jahren mit der Mond-erkundung aufgehört hat.

Seit fast zehn Jahren hat Google den Lunar X-Prize ausgeschrieben. 30 Millionen US-Dollar Preisgeld erhält diejenige Firma, die als erstes eine Fähre zum Mond bringt und mit einem Rover dort 500 Meter zurücklegt. Ein Aspirant: Astrobotic aus Pittsburgh, das mit dem kommerziellen Landemodul Peregrine den Mond anfliegen will und dafür jetzt zwei wichtige industrielle Partner gefunden hat: Airbus DS, die Raumfahrt-Tochter des europäischen Luftfahrtkonzerns, und die Deutsche-Post-Tochter DHL.

Mit dieser Fähre soll es zum Mond gehen.

Seit dem Automated Transfer Vehicle, einem unbemannter Weltraumfrachter zur Versorgung der Internationalen Raumstation ISS, gilt Airbus DS als weltweit führend bei komplizierten vollautomatisch ausgeführten Manövern im Weltraum. Die Landung einer Fähre auf dem Mond gehört dazu. Auch bei einem anderen Monderforschungsprogramm, dem russisch-europäischen Mondlanderoboter Luna Ressource, hat Airbus DS die Verantwortung für die Landetechnologie. DHL ist bei Peregrine dagegen für die Logistik zuständig.

Das US-Unternehmen wurde 1969 gegründet, dem Jahr der ersten bemannten Mondlandung. „Es fasziniert uns, mit diesem unglaublichen Unternehmen, eine neue Epoche der Logistik einzuleiten, über die Erde hinaus zum Mond“, sagte gestern DHL-Manager Arjan Sissing.

Ziel von Astrobotic und seinen Partnern ist es, im Auftrag von Staaten, Unternehmen und Forschungseinrichtungen Nutzlasten beispielsweise für Forschungszwecke aber auch Andenken für private Kunden auf dem Mond abzusetzen. Zwischen 30 und 365 Kilogramm liegt die Nutzlast von Peregrine. Die Preise liegen allerdings weit über den irdischen Tarifen der Deutschen Post – bei 1,2 Millionen Dollar pro Kilogramm.

Auch auf anderer Ebene öffnet sich derzeit ein weiteres Fenster für private Unternehmen im Weltraum. Columbus, das europäische Raumlabor an der ISS, bekommt die zusätzliche kommerzielle Nutzlastplattform Bartolomeo – benannt nach dem jüngeren Bruder von Christoph Kolumbus. Sie soll privaten Interessenten, ab 2018 den Zugang zu Ressourcen der Raumstation ermöglichen. Auch darauf haben sich die europäische Raumfahrtagentur ESA und Airbus DS als beteiligte Partner bereits im Vorfeld der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung in Berlin verständigt.

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