Warum Deutschland Exportweltmeister ist

- München - "Made in Germany" ist gefragt wie nie: Deutschland wurde vergangenes Jahr trotz hoher Ölpreise und des starken Euro erneut Exportweltmeister. Waren im Wert von 733 Milliarden Euro und damit so viel wie keine andere Nation haben Unternehmen aus der Bundesrepublik ins Ausland verkauft. Aber welche deutschen Erzeugnisse sind eigentlich gefragt?

"Wir sind vor allem bei Investitionsgütern stark", sagt Bernd Schaaf, Referatsleiter Asien/Pazifik bei der Bundesagentur für Außenwirtschaft (BFAI) in Köln. Deutsche Maschinen etwa, deren Hersteller in vielen Bereichen zu den Weltmarktführern zählen, stellen laut dem Statistischen Bundesamt mit 15,9 Prozent der Exporte die am zweitstärksten gefragte Warengruppe. Dahinter folgen mit 12,9 Prozent chemische Erzeugnisse und elektrotechnische Geräte mit 5,9 Prozent. Den größten Posten macht die Autobranche aus: Fahrzeuge und Teile verursachten 18,4 Prozent aller Ausfuhren.<BR><BR>Bei den Warenströmen aus Deutschland zu seinen Handelspartnern ergeben sich kaum länderspezifische Unterschiede. "Grundsätzlich sind Pkws, Maschinen und Chemie überall gefragt", sagt Michael Blank vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK). Die Gewichtung variiert allerdings in Abhängigkeit von Handelshemmnissen. So sind etwa die Hauptabsatzmärkte der deutschen Automobilindustrie die EU-Länder, "weil es dort keine Zölle mehr gibt", wie Außenhandelsexpertin Angela Mans vom Verband der Automobilindustrie in Frankfurt sagt.<BR><BR>Ein anderer Einflussfaktor ist der Entwicklungsstatus des Abnehmerlands: So gehen 19,0 Prozent der deutschen Exporte nach Russland auf das Konto von Maschinen und nur 2,7 Prozent auf das von Kraftfahrzeugen. "Da mangelt es der Bevölkerung noch an Kaufkraft für Autos", sagt Bernd Schaaf. In den USA hingegen macht der Kfz-Bereich über 31 Prozent aus.<BR><BR>"Grundsätzlich ist unser Vorteil, dass die deutsche Wirtschaft breit aufgestellt ist und alles liefern kann", sagt Schaaf. Nur bei den Konsumgütern hapere es: Bei Textilien, PC- oder Audiotechnik hätten asiatische Unternehmen den Deutschen den Rang abgelaufen. Trotzdem werden die Exporte nach Einschätzung des BFAI auch in diesem Jahr weiter steigen. Das Wirtschaftswachstum wird vermutlich dennoch mager ausfallen: Die Inlandsnachfrage bleibt laut Bundesfinanzministeriums weiter schwach.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Aldi klärt auf: Diesen Fehler an der Supermarkt-Kasse macht fast jeder
Jeder macht es, fast jeden Tag: einkaufen. Und trotzdem gibt es einige Stolpersteine, die uns dabei das Leben schwer machen. Hier erfahren Sie, wie Sie dabei maximal …
Aldi klärt auf: Diesen Fehler an der Supermarkt-Kasse macht fast jeder
VW darf weitere manipulierte US-Dieselwagen umrüsten
Der VW-Konzern darf in den USA über 38 000 Fahrzeuge umrüsten, die mit der Manipulationssoftware ausgestattet wurden. Das hat die US-Umweltbehörde entschieden. 
VW darf weitere manipulierte US-Dieselwagen umrüsten
Boeing zurrt Milliardenauftrag von Singapore Airlines fest
In einem Großauftrag hat die Fluggesellschaft Singapore Airlines 39 Flieger bei dem Flugzeugbauer Boeing bestellt. Bei der Vertragsunterzeichnung war auch US-Präsident …
Boeing zurrt Milliardenauftrag von Singapore Airlines fest
Bericht: Tesla will Fabrik in China bauen
New York (dpa) - Der E-Autobauer Tesla hat einem Zeitungsbericht zufolge die Weichen für ein Werk in China gestellt. Der Konzern habe sich mit der Stadtverwaltung von …
Bericht: Tesla will Fabrik in China bauen

Kommentare