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Der Griff zum Gold ist wieder in.

Warum Gold wieder hoch im Kurs steht

München - Gold ist wieder angesagt. Binnen einer Woche ist der Preis des Edelmetalls um etwa fünf Prozent nach oben geschnellt. Eine magische Marke dürfte bald überschritten sein.

Eine Feinunze (31,3 Gramm) kostet derzeit fast 1000 Dollar. Und bald dürfte diese Marke übersprungen sein. „Auf Sicht von drei Monaten rechnen wir mit einem Überschreiten der 1000 – wenn nicht sogar mit einem neuen Rekordhoch“, sagt Frank Ziegler , Edelmetallspezialist der Bayerischen Landesbank. Seinen bislang höchsten Stand hat der Goldpreis im März 2008 bei 1032,70 Dollar erreicht.

Weltweit haben Notenbanken im Kampf mit der Wirtschaftskrise die Geldmenge erhöht. Dadurch dürften verstärkt Anlagegelder ins Gold fließen, glaubt Ziegler. Denn das wird als Wertaufbewahrungsmittel insbesondere in Zeiten von Krisen oder hoher Inflation geschätzt. Außerdem dürften Spekulanten, die mit Goldkäufen auf einen weiteren Wertzuwachs setzen, den Preis treiben. „Wenn die Marke von 1000 Dollar einmal überschritten wird, kann spekulatives Kapital in den Markt fließen und eine stärkere Reaktion nach oben auslösen“, erwartet Eugen Weinberg von der Commerzbank. Allerdings bleiben Zweifel daran, wie stabil dieser Höhenflug ist.

Fragwürdiger Anstieg

 „Fundamental ist der Anstieg fragwürdig“, warnt Weinberg. Sowohl die Nachfrage der Industrie als auch der Schmuckbranche und der Anleger sei zuletzt eher schwach gewesen. Zwar steige in den letzten drei Monaten des Jahres traditionell die Goldnachfrage, unter anderem wegen des Beginns der Hochzeitssaison in Indien. Dennoch rechnet der Edelmetall-Experte damit, dass der Preisanstieg nicht lange anhalten wird und die Notierung wieder auf ein Niveau von 900 bis 950 Dollar sinken wird. Das wäre ein Abschlag von fünf bis zehn Prozent gegenüber dem aktuellen Niveau.

Solche Wertschwankungen sind beim Gold nicht ungewöhnlich. Nach dem Rekordhoch im März 2008 war der Preis innerhalb eines halben Jahres um fast ein Drittel eingebrochen. Und das macht die Investition in das Edelmetall für Anleger schwer berechenbar.

Experte: Nicht zu viel Geld in Gold stecken

„Gold hatte in der Vergangenheit keine stetige Wertentwicklung“, warnt Roland Aulitzky von der Stiftung Warentest. „Es wird nicht wertlos, aber der Preis schwankt stark. Zudem gibt es keine Zinsen.“ Er würde deshalb allenfalls einen kleinen Teil des Vermögens in Gold stecken. Frank Ziegler hält auch einen Anteil von zehn bis 20 Prozent des Vermögens für sinnvoll – „wenn man es nicht als Spekulationsobjekt sieht, sondern als Wertaufbewahrungsmittel“.

Grundsätzlich können Anleger physisches Gold – also Barren oder Münzen – kaufen. Oder nichtphysisch in das Edelmetall investieren, etwa über Minenaktien, Fonds oder Zertifikate. Die nichtphysischen Anlagen sind allerdings meist mit zusätzlichen Risiken verbunden und für Anleger oft nur schwer zu durchschauen. „Wer absolute Sicherheit will, wird sich für Münzen oder Barren entscheiden. Allerdings fallen hier etwa vier bis fünf Prozent der Kaufsumme als Kosten an. Zudem hat man das Problem der sicheren Aufbewahrung“, urteilt Verbraucherschützer Aulitzky.

Für Barren und Münzen ist ein Aufgeld für Prägung und Logistik fällig. Da dessen Höhe mit der Größe der Goldstückelung kaum steige, sei es sinnvoll, mindestens eine Unze als Investitionsobjekt zu erwerben, rät Ziegler. Bei großen Stückelungen allerdings ist zu beachten, dass diese Barren nur komplett wieder „zu Geld“ gemacht werden können.

Dominik Müller

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