Was Waschmaschinen wirklich leisten

München - Jeder deutsche Haushalt hat im Jahr mit rund 550 Kilo Schmutzwäsche zu kämpfen. Nicht jede Waschmaschine ist diesem Kampf gewachsen, wie die Stiftung Warentest festgestellt hat.

Einmal im Jahr prüfen die Verbraucherschützer die kantigen, weißen Geräte auf ihre Funktionsfähigkeit. Diesmal waren elf Maschinen im Test - nachzulesen in der Zeitschrift "test" (9/2007) ­, alles Frontlader mit bis zu 1400 Umdrehungen in der Minute, was die bestverkaufte Tourenzahl ist. Die Prüfung brachte teils erhebliche Unterschiede zutage - von "gut" bis "mangelhaft" war alles dabei.

Ausdauer-Probleme

Während Miele und Bosch nahezu mit Traumnoten glänzen, landen Bauknecht, LG und Samsung abgeschlagen hinten. Grund ist ihr frühzeitiges Versagen im Dauertest. Dabei wird mit 1840 Wäschen ein 10-Jahres-Einsatz simuliert. Acht Maschinen schaffen diese Hürde ohne größerer Ausfälle. Dieses Durchhaltevermögen zahlt sich für den Kunden doppelt aus, denn wer den Kundendienst braucht, zahlt viel Geld für oft schlechten Service.

Kaputte Teile

Die mit "mangelhaft" bewerteten Geräte von Samsung gaben alle nach simulierten vier bis sechs Jahren ihren Geist auf - und das weil in allen Maschinen mindestens eine Aufhängefeder für den Laugenbehälter gebrochen ist. Auch die Bauknecht-Geräte schwächelten alle am selben Punkt: Ein defekter Kontrollschalter in der Bodenwanne, der Wasserschäden signalisieren und die Maschine stoppen soll, war defekt. Während sich dieses Modell deswegen zu früh abgeschaltet hat, lief das LG-Modell spätestens nach fünf Jahren ohne Stopp durch, auch wenn das Waschprogramm eigentlich beendet war.

Fragliche Neuerungen

Ausgrechnet die beiden Maschinen mit den größten Neuerungen landen bei den Testern auf den hinteren Plätzen. So ist die Wirkung der "Silver-Wash-Technik" von Samsung, bei der zugesetzte Silberionen die Wäsche "nahezu keimfrei" machen sollen, umstritten. Und die Dampffunktion der teuren LG-Maschinen brachte keine wirklich spürbare Besserung bei der Waschleistunng.

Durchgesetzt hat sich hingegen das Wasser- und Energiesparen, mittlerweile eines der wichtigsten Kriterien beim Waschmaschinenkauf. Hier hat sich in den vergangenen 15 Jahren viel getan: Liefen früher bei einer Fünf-Kilo-Wäsche über 100 Liter ab, ist es heute im Schnitt nur noch die Hälfte. Fast alle Geräte im Test erwiesen sich als "gut" umweltverträglich.

Doch gerade das Wassersparen hat auch negative Folgen. Hier dreht sich die Branche den Testern zufolge im Kreis: Je mehr Wasser die Geräte sparen, umso schlechter kann ihre Spülleistung sein. Deshalb gibt es Tasten für weitere Spülgänge, die dann allerdings den Sparmodus wieder aufheben.

Waschleistung meist nur "befriedigend"

Während die meisten der getesteten Geräte mit ihren Umwelteigenschaften glänzen, ist die Wasch-, Spül- und Schleuderleistung der Maschinen nicht mehr als "befriedigend". Viele Modelle enttäuschen in einem der Programme "Bunt", "Pflegeleicht" und "Bunt kurz".

Das beste Preis-Leistungsverhältnis liefert Bosch. Testsieger ist jedoch die teure, aber dafür besonders solide und geräuscharme Miele-Maschine. Die größten Mängel zeigte der Testverlierer Samsung, der beim Waschen auch noch am lautesten war. Dass teuer nicht unbedingt gleich besser sein muss, zeigt LG. Mit 1350 Euro die teuerste Maschine im Test, landete sie mit "ausreichend" auf dem drittletzten Platz. 

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