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Notvorrat anlegen: Das empfiehlt das Bundesamt für Bevölkerungsschutz

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Von: Matthias Schneider

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Bundesinnenministerin Nancy Faeser rät zum Anlegen eines Notvorrats. Auf dem Bild sind Lebensmittel zu sehen. Eine konkrete Liste dazu hat das Bundesamt für Katastrophenschutz veröffentlicht.
Bestens gerüstet: Bundesinnenministerin Nancy Faeser rät zum Anlegen eines Notvorrats. © Jens Büttner/dpa

Innenministerin Nancy Faeser (SPD) rät den Deutschen, Notvorräte anzulegen. Ursula Fuchs vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz erklärt, wie Verbraucher für den Fall vorsorgen, der hoffentlich nie eintritt.

München – Ursula Fuchs ist Leiterin des Referats Information der Bevölkerung beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Sie erklärt, wie man sich selbst auf Katastrophen vorbereiten kann. Dabei geht es nicht nur um Krieg. Als Katastrophe gelten alle Ereignisse, die Leben oder Gesundheit einer Vielzahl von Menschen gefährden. In der Corona-Pandemie etwa rief der Freistaat Bayern zweimal den Katastrophenfall aus.

Frau Fuchs, Deutschland gilt als sehr sicher. Worauf bereitet sich die Behörde denn so alles vor?

Ursula Fuchs: Auf viele verschiedene Krisen und Katastrophen, unter anderem auf Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Stürme oder Dürren. Dazu gehören auch Kaskadeneffekte wie Stromausfälle. Die größtmögliche Katastrophe ist aber natürlich ein Krieg – und für den Zivilschutz sind wir zuständig.

Kann man sich überhaupt auf so viele verschiedene Szenarien vorbereiten?

Die Vorsorge ist in den meisten Fällen ähnlich. Die Menschen brauchen Essen, Wasser, Hygieneartikel – und vor allem Informationen darüber, was passiert ist, was sie tun sollten und wie lange es voraussichtlich dauert.

Und was sollte man tun?

Wir raten immer zu einem sogenannten lebenden Vorrat, bei dem einzelne Güter im Alltag verbraucht und wieder ersetzt werden. So verkommt nichts. Es sollten also vor allem Dinge sein, die allen in der Familie schmecken. Dabei sollten natürlich auch besondere Bedürfnisse beachtet werden, wie sie bei Krankheiten, zum Beispiel Diabetes, auftreten.

Wie lange sollten die privaten Vorräte reichen?

Als Faustregel empfehlen wir einen Vorrat für zehn Tage – bezogen auf jede Person. Für einen Erwachsenen sind das etwa 3,5 Kilo Brot, Kartoffeln oder Reis. Wichtig bei Trockenware, die erst gekocht verzehrbar ist: Ein Campingkocher mit Gaskartuschen, denn bei vielen Katastrophen muss man mit Stromausfällen rechnen. Weiterhin sollten pro Person etwa 2,5 Kilo eingemachtes Gemüse und Obst im Haus sein. Speiseöle sind auch lange haltbar. Besonders wichtig ist Trinkwasser, weil eine Katastrophe ja auch diese Versorgung lahmlegen kann. Pro Tag und Person sollten es zwei Liter sein.

Notvorrat anlegen: Diese Lebensmittel stehen auf der Liste

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hat eine Liste veröffentlicht, die den Bürgern eine Hilfestellung geben soll, einen Notvorrat für zehn Tage anzulegen. Sie beinhaltet pro Person folgende Mengen für verschiedene Nahrungsmittel:

Frau Fuchs, Sie haben auch Hygieneartikel angesprochen.

Ursula Fuchs: Das ist ein wichtiges Thema, um Krankheiten vorzubeugen. Bedenken Sie: Bei einem totalen Netzzusammenbruch funktionieren auch Wassertoiletten nicht mehr. So könnte man zum Beispiel für menschliche Bedürfnisse einen Eimer oder Einmalbeutel mit beispielsweise Katzenstreu nutzen. Außerdem wichtig sind natürlich Dinge wie Seife, Zahnpasta und Desinfektionsmittel. Letzteres sowohl für Wunden als auch für die Haut. Und eine gut sortierte Hausapotheke ist wichtig. 

Was gehört da unbedingt rein?

Schmerzmittel, Verbandsmaterial, etwas gegen Insektenstiche vielleicht. Vorausschauend müssen die Menschen denken, die auf bestimmte Medikamente angewiesen sind. Denn die werden oft nicht im Voraus ausgegeben. Es ist daher sinnvoll, mit seinem Arzt und dem Apotheker zu besprechen, wie man im Zweifelsfall die Versorgung sicherstellt. 

Einige Menschen hamstern Jodtabletten. Was hat es damit auf sich?

Im Falle eines Atomunfalls oder -angriffs kann mit hoch dosiertem Jod die Anreicherung radioaktiver Teilchen im Körper blockiert werden. Dafür gibt es aber staatliche Vorräte, die bei Bedarf gezielt ausgegeben werden. Es funktioniert nämlich nur in der richtigen Dosierung zum richtigen Zeitpunkt. Andernfalls kann der Körper eher Schaden nehmen. Außerdem reicht die Dosis der frei verkäuflichen Tabletten nicht aus. Deshalb raten wir von der privaten Bevorratung ab.

Sie sprachen auch über Informationsbeschaffung.

Das ist elementar, um während einer Katastrophe Informationen zu erhalten und gegebenenfalls die richtigen Entscheidungen zu treffen. Sinnvoll sind mehrere aufgeladene Powerbanks für das Smartphone oder ein batteriebetriebenes Radio.

Was ist, wenn man schnell das Haus verlassen muss?

Dafür sollte für jedes Familienmitglied ein gepackter Rucksack mit dem Nötigsten bereitstehen. Was man nicht vergessen darf: Nicht alle Katastrophen sind planbar. Es kann sein, dass alle Familienmitglieder bei Eintritt verstreut sind. Deshalb ist es sinnvoll, Treffpunkte zu vereinbaren. Und das Wichtigste: Bei Tageslicht über den Ernstfall sprechen. Das gibt den Menschen mehr Sicherheit, wenn ein solcher Fall eingetreten ist.

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