Wasser, Sonne und Wind aus der Dose: Ökostrom wird spannend

- Strom kommt aus der Steckdose - doch wie kommt er da rein? Immer mehr Kunden machen sich Gedanken über die Herkunft der Energie: Sie wollen "grünen" Strom bekommen - von erneuerbaren Energiequellen wie Sonne, Wind und Wasser. Dank der Liberalisierung des Marktes können die Verbraucher wählen. Oft gibt es Ökostrom zu vertretbaren Preisen.

<P>Weil die Erzeugung von Strom aus regenerativen Quellen mehr kostet, wäre grüne Energie eigentlich teurer. Die Bundesregierung fördert aber erneuerbare Energien umfangreich. Die günstigsten grünen Tarife können sogar mit Dumpingangeboten aus dem konventionellen Sektor mithalten. Fast hundert Unternehmen konkurrieren um Öko-Kunden.<BR><BR>Beispiel Single</P><P>Ein typischer Ein-Personen-Haushalt verbraucht etwa 1500 kWh pro Jahr. Großversorger RWE berechnet für seinen Sparstrom "Avanza Comfort" dafür 310 Euro, Konkurrent Eon ("Mix-Power") verlangt 355 Euro für die gleiche Menge Strom. Auch die meisten Spartarife lokaler Versorger bewegen sich auf diesem Niveau. Zum Vergleich: Ökoanbieter EWS Schönau berechnet für 1500 kWh 304 Euro, Lichtblick 309 - zu teuren Angeboten rund 50 Euro Differenz.<BR><BR></P><P>Beispiel Familie</P><P>Ein ähnliches Bild ergibt sich bei größeren Haushalten. Ein Vier-Personen-Haushalt verbraucht im Schnitt 4500 kWh pro Jahr. Konventioneller Avanza-Strom von RWE kostet bei dieser Menge 757 Euro, Eon liegt mit 826 Euro wieder in der Spitze. Die Lokalanbieter liegen in ähnlichen Bereichen. Mit einigen Ökoanbietern fährt man günstiger: K&K Energie Consulting verlangt 762 Euro, Lichtblick und Unit Energie stellen jeweils 786 Euro in Rechnung. 70 Euro Ersparnis sind drin.<BR><BR>Nicht immer ist Öko drin</P><P>Als grüne Energie darf sich nicht nur Strom bezeichnen, der zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien hergestellt wird. Als umweltfreundlich gilt auch, wenn neben Wasser-, Wind- oder Sonnenenergie bis zu 50 % Strom beigemischt wird, der aus fossilen Brennstoffen gewonnen wird. Dieser Strom muss aus energiesparenden Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplungs-Technologie stammen.<BR><BR>Wer sicher gehen will, dass er auch wirklich Ökostrom bezieht, sollte einen Tarif mit Umweltlabel bevorzugen. Die Gütesiegel "Grüner Strom Label", verliehen von den beiden großen Umweltverbänden BUND und Nabu oder "Ok-Power", das gemeinsam vom Öko-Institut, dem WWF und der Verbraucherzentrale NRW vergeben wird, zeigen an, dass der Strom strengen Umweltkriterien genügt.<BR><BR>So wird gewechselt</P><P>Der Wechsel zu einem Ökoanbieter ist an sich ganz einfach: Man sucht sich zunächst einen günstigen Umwelttarif, lässt sich ein Vertragsformular schicken, sendet es ausgefüllt mit einer Kopie der letzten Stromrechnung an den Anbieter zurück. Alles weitere übernimmt der neue Versorger.</P>

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