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Böller-Verbot an Silvester: Feuerwerkshersteller Weco fassungslos - Hunderte Arbeitsplätze in Gefahr

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Von: Patricia Huber

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Der Feuerwerkshersteller Weco steht unter Schock. Das angekündigte Feuerwerks-Verbot hat schwerwiegende Folgen für den Marktführer. Mehrere hundert Jobs stehen auf dem Spiel.

Eitorf - Beim Corona-Gipfel am Donnerstag (2. Dezember) haben Bund und Länderchefs sich auch auf ein Verbot für private Feuerwerke zu Silvester geeinigt. Dadurch soll eine zusätzliche Belastung der Krankenhäuser vermieden werden. Das bedeutet das zweite Jahr in Folge ohne Raketen und Böller an Silvester. Eine Entscheidung, die viele Umwelt- und Tierschützer begrüßen, doch für die Hersteller der Feuerwerkskörper ist diese Entscheidung ein Desaster. Es geht um Existenzen.

Feuerwerksverbot: Weco kritisiert Entscheidung der Politik

Weco, das marktführende Unternehmen bei der Herstellung von Feuerwerk, hat die Entscheidung der Politik nun scharf kritisiert. „Das letztjährige Verkaufsverbot stürzte das größte deutsche Feuerwerksunternehmen, welches auf eine 73-jährige Tradition zurückblickt, bereits in seine schwerste Firmenkrise seit Unternehmensgründung“, teilte das Unternehmen aus Eitorf bei Bonn in einer Stellungnahme mit. Trotz Überbrückungshilfen und Kurzarbeit machte Weco nach eigenen Angaben einen Verlust in zweistelliger Millionenhöhe.

Ein Produktionsstandort musste bereits schließen – rund 100 Mitarbeiter verloren ihre Jobs. Jetzt bangen 350 weitere Mitarbeiter um ihren Arbeitsplatz. „Vielleicht ist es den Damen und Herren in Berlin nicht klar, aber an unserer Branche hängen viele Familien und Existenzen, deren Schicksal uns selbstverständlich sehr am Herzen liegt“, kritisiert Thomas Schreiber, Sprecher der Geschäftsführung von Weco.

Weco sieht große Gefahr im Böller-Verbot

Den Grund für das Verkaufsverbot kann das Unternehmen nicht nachvollziehen. „Die Entscheidung zum Verbot scheint vollständig auf subjektiven Empfindungen und Populismus zu beruhen und weder auf wissenschaftlichen Erkenntnissen noch auf Grundlage von Studien“, betont Schreiber. Er ist der Meinung, dass ein Verbot genau das Gegenteil dessen bewirke, was es eigentlich sollte, Nämlich, dass viele Menschen illegale und lebensgefährliche Feuerwerkskörper im Ausland oder sogar auf dem Schwarzmarkt kaufen oder im schlimmsten Fall selbst Feuerwerkskörper basteln.“

Der Frust bei Weco ist groß und die Entscheidung der Politiker für das Unternehmen nicht nachvollziehbar. „Wir sind maßlos enttäuscht von den politischen Akteuren in diesem Land. Nicht nur, dass man unsere Kontaktversuche ignoriert und unbeantwortet lässt. Sondern insbesondere, weil man sich über die Konsequenzen dieser Entscheidung scheinbar nicht im Klaren ist“, heißt es im Pressestatement.

Nicht nur der Umsatzausfall bedeutet eine große finanzielle Belastung für die Firma. Auch die laufenden Kosten für Lager, Logistik und Personal stellen eine große Herausforderung dar. (ph)

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