Wegen großer Nachfrage: Ich-AG wird teurer

- München - Die so genannten Ich-AGs belasten den Haushalt der Bundesagentur für Arbeit (BA) in diesem Jahr weit stärker als geplant. Ursprünglich waren für 2004 etwa 500 Millionen Euro für Existenzgründungszuschüsse dieser Art vorgesehen. Jetzt rechnet die Nürnberger Behörde mit rund 850 Millionen Euro. Eine Sprecherin bestätigte diese Zahlen gegenüber unserer Zeitung.

<P>Grund für die Mehrausgaben ist das wachsende Interesse an den Fördermitteln, die arbeitslos gemeldete Menschen seit Anfang 2003 beantragen können. Allein zwischen Januar und April 2004 haben 49 000 Ich-AGs aufgemacht, insgesamt gibt es jetzt 124 000. </P><P>Deren Gründer haben Anspruch auf maximal 14 400 Euro, die die BA über bis zu 36 Monate überweist. "Dabei handelt es sich um eine gesetzliche Pflichtleistung", erklärt Walter Flierl von der BA-Regionaldirektion Bayern. Das heißt, jeder der sich selbstständig machen will, kann die Gelder beantragen. Die BA kann die Auszahlung nicht beschränken.<BR><BR>Unklar ist, ob die Ich AGs auch tatsächlich ihren Zweck, die Arbeitslosigkeit zu verringern, erfüllen. "Es ist noch zu früh zum Erfolg eine Aussage zu machen", erklärt Walter Flierl. Es gebe ein Jahr nach der Einführung noch keine Zahlen. </P><P>Hilmar Schneider, Direktor für Arbeitsmarktpolitik am Institut zur Zukunft der Arbeit ist jedoch skeptisch: "Mein Verdacht ist, dass es sich beim Anstieg der Ich-AGs vielfach um Mitnahmeeffekte und Scheingründungen handelt", sagte er unserer Zeitung.</P>

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