Wegen "Hochzeitsrabatten"

Kartellamt mahnt Edeka  ab

Bonn/Hamburg - Das Bundeskartellamt hat den größten deutschen Lebensmittelhändler Edeka wegen angeblicher Bonusforderungen an Lieferanten abgemahnt.

Bei der Übernahme des Discounters Plus im Jahr 2009 habe Edeka eine Reihe von Vergünstigungen ohne entsprechende Gegenleistungen eingefordert, teilte die Behörde am Mittwoch in Bonn mit. In einer vorläufigen Bewertung dieser „Hochzeitsrabatte“ macht die Behörde Edeka den Vorwurf, ihre Nachfrage-Macht gegenüber Lieferanten damit missbräuchlich ausgenutzt zu haben. Solche Forderungen seien nicht nur nachteilig für Lieferanten. Edeka könne so auch die eigene Marktmacht gegenüber kleineren Handelsunternehmen weiter ausbauen.

Der Edeka, der bis zum 20. September eine Frist zur Stellungnahme eingeräumt wurde, drohe kein Bußgeld. Die abschließende Entscheidung des Kartellamtes in dem Verwaltungsverfahren soll eine grundsätzliche Bedeutung für die Branche haben. Edeka kommentierte die Mitteilung und die Vorwürfe des Bundeskartellamtes auf dpa-Anfrage nicht. Ein Sprecher wies darauf hin, dass es sich um ein laufendes Verfahren handele. Die Behörde hatte im April 2009 die Edeka-Zentrale in Hamburg durchsucht. Es war nach Hinweisen aus dem Fusionskontrollverfahren zur Übernahme von Plus-Filialen und einer Beschwerde des Markenverbandes aktiv geworden.

dpa

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