Wegen Korruption: Griechenlands Top-Beamter angeklagt

Athen - Neuer Korruptionsskandal in Athen: In Griechenland wird einer der höchsten Steuerbeamten wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs angeklagt. Der Schaden geht in zweistellige Millionenhöhen.

Der zuletzt für Steuern und Zölle zuständige Top-Beamte im Finanzministerium, Ioannis Kapeleris, musste am Montag bereits wegen der Anschuldigungen der Veruntreuung von Steuergeldern zurücktreten. Die Athener Staatsanwaltschaft wirft ihm und einer seiner Mitarbeiterinnen vor, Heizöl-Schmugglern von Strafen verschont zu haben. Dem vom Bankrott bedrohten Staat seien dabei mindestens 15 Millionen Euro entgangen, hieß es von der Anklagebehörde, wie die halbamtliche Nachrichtenagentur ANA berichtete. Kapeleris wies die Anschuldigungen am Dienstag im griechischen Rundfunk zurück.

Der hohe Beamte soll in mehreren Fällen die strafrechtliche Verfolgung von Tankstelleninhabern verhindert haben, die billiges Heizöl als teuren Treibstoff verkauften und die Differenz in die eigene Tasche steckten. Mehr als 3500 Tankstellen sollen in den Fall verwickelt sein. Dass diese Fälle nicht an die Justiz weitergeleitet wurden, schob Kapeleris auf das schlechte Funktionieren eines EDV-Überwachungssystem des Ministeriums.

In diesen Ländern können Sie mit dem Euro bezahlen

Jetzt auch in Lettland: Hier können Sie mit dem Euro bezahlen

Die Anklage gegen Kapeleris erhob Grigoris Peponis, einer der beiden Staatsanwälte, die erst im September eingesetzt worden waren, um große Steuersünder zur Rechenschaft zu ziehen und die Schattenwirtschaft zu bekämpfen. Um aus der Schuldenkrise herauszukommen hat Athen Korruption und Steuerhinterziehung den Kampf angesagt. Peponis und sein Amtskollege Spyros Mouzakitis sahen sich zuletzt aber bei ihrer Arbeit behindert. Sie traten am 29. Dezember zurück, nahmen den Schritt zwei Tage später aber zurück, offensichtlich nach Garantien von Vorgesetzten, die ihnen ungehindertes Vorgehen garantierten.

Die Steuerhinterziehung ist einer der Hauptgründe für die dramatische Finanzlage Griechenlands. Experten haben ausgerechnet, dass das Land binnen zehn Jahren keine Finanzprobleme mehr hätte, wenn der Staat alle Steuern eintreiben könnte.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Dax schließt unter 13 000 Punkten
Frankfurt/Main (dpa) - Die Rekordfahrt am deutschen Aktienmarkt ist am Donnerstag ausgebremst worden. Händler nannten als Grund vor allem Gewinnmitnahmen, nachdem die …
Dax schließt unter 13 000 Punkten
Preise für Nordsee-Krabben fallen
Ein Krabbenbrötchen für zehn Euro? Die Zeiten sollten erst einmal vorbei sein. Seit dem Herbsttief "Sebastian" Mitte September sind die Nordsee-Krabben wieder da. Und …
Preise für Nordsee-Krabben fallen
Air Berlin: Bund will mehr soziales Engagement der Lufthansa sehen
Lufthansa hat sich begehrte Teile des insolventen Konkurrenten gesichert - mit Rückenwind vom Bund. Doch nun gibt es in der Regierung auch Erwartungen.
Air Berlin: Bund will mehr soziales Engagement der Lufthansa sehen
Wenn Tante Emma fehlt: Ladenmangel auch in Bayerns Innenstädten
Auch in Bayerns Städten fehlt immer häufiger der Laden um die Ecke, um sich schnell Butter oder Milch zu kaufen. Doch es könnte ein neues Geschäftsmodell geben.
Wenn Tante Emma fehlt: Ladenmangel auch in Bayerns Innenstädten

Kommentare