Lufthansa zieht Angebot zu Niki zurück - Air Berlin prüft Alternativen

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Von wegen Krise: Wo die Autobranche sich bestens fühlt

- München - Seit Jahren beklagt sich die Autobranche über die Kaufzurückhaltung vor allem der deutschen Kunden. Die Zahl der Neuzulassungen geht zurück, die Deutschen sind mit immer älteren Autos unterwegs. Doch einige Autobauer zeigen sich unberührt von der Branchenflaute. BMW und Audi zum Beispiel rechnen für 2004 mit weltweiten Absatzrekorden, auch japanische und französische Hersteller fahren der Konkurrenz auf vielen Märkten davon. "Ich halte die Bezeichnung Krise für die aktuelle Lage auf dem deutschen Automobilmarkt für unpassend", sagt BMW-Chef Helmut Panke.

<P>Wichtiger als die Branchenkonjunktur ist nach Einschätzung Pankes die Firmenkonjunktur. "In der Geschichte der Automobilindustrie konnten sich immer wieder einzelne Hersteller abkoppeln vom Branchentrend", sagt Professor Wolfgang Meinig von der Forschungsstelle Automobilwirtschaft (FAW) in Bamberg. Wichtig seien unter anderem eine emotionale Ansprache der Kunden zum Beispiel über das Design, eine exzellente Produktpalette, eine enge Kundenbindung und zuverlässige Qualität.</P><P>Dass es bei einigen Herstellern rund läuft, hat auch regionale Gründe. "Der Markt ist weit besser, als er aus der deutschen Brille erscheint", sagt Ferdinand Dudenhöffer, Professor für Automobilwirtschaft an der FH Gelsenkirchen. Für die deutschen Autohersteller sei nicht Deutschland entscheidend, sondern der Weltautomarkt. "USA läuft auf hohem Niveau, in West-Europa ist nur Deutschland das Sorgenkind, Japan geht langsam nach oben und China sowie Osteuropa machen beim Verkauf viel Freude." Der Auto-Experte rechnet weltweit in diesem Jahr mit einem Verkaufsrekord. Die Zahl könne von unter 50 auf 52 Millionen verkaufte Autos steigen.</P><P>Doch nicht nur deswegen geht es vielen Herstellern derzeit gar nicht so schlecht. BMW konnte mit einer Modelloffensive den Absatz im ersten Halbjahr um knapp acht Prozent auf erstmals 688 510 verkaufte Autos steigern. Auch Audi konnte im ersten Halbjahr mit einer leichten Steigerung auf 389 970 Fahrzeuge einen neuen Halbjahres-Rekord vorweisen.</P><P>Hersteller in Schwierigkeiten können das Ruder nur mit viel Mühe herumreißen. "Die Autoindustrie hat sehr lange Produktzyklen", sagt Dudenhöffer. Auch einer beschädigten Marke wieder zu Glanz zu verhelfen sei schwierig. So sei Ford mit der Marke "noch längst nicht da, wo der Erfolg beginnt". Für Meinig erfolgt die langfristige Kundenbindung vor allem über die Qualität der Fahrzeuge. Und hierbei setzten derzeit die Japaner Maßstäbe.</P>

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