Vor Weihnachten wird Zug fahren teurer

München - Die Bahn hebt zum zweiten Mal in diesem Jahr ihre Ticketpreise an. Nach dem Aufschlag zum 1. Januar steigen die Entgelte für Fahrscheine im Dezember erneut um bis zu fünf Prozent. Auch Bahncards und vor allem Platzreservierungen kosten dann deutlich mehr. Was sich alles ändert:

Fahrscheine

Pünktlich zum Weihnachtsverkehr steigen die Tarife im Nah- und Fernverkehr in der 2. Klasse ab 9. Dezember um durchschnittlich 2,9 Prozent. Dies teilte die Bahn am Dienstag in Berlin mit. In der Spitze seien Aufschläge von bis zu fünf Prozent möglich, sagte ein Bahn-Sprecher gegenüber unserer Zeitung. So verteuert sich etwa eine einfache Fahrt mit dem ICE von München nach Frankfurt um 4,7 Prozent auf 85 Euro. Die Aufschlagshöhe bei einer Strecke hängevon der dort herrschenden Wettbewerbssituation mit Auto und Flugzeug ab, hieß es.

In der 1. Klasse werden die Bahnfahrer noch etwas stärker zur Kasse gebeten. Dort wird ein Fahrschein in Zukunft 1,6 Mal so teuer sein wie ein Ticket für die 2. Klasse. Bisher kostete die 1. Klasse lediglich 1,57 Mal mehr.

Bahncard

Auch die Preise für die Bahncard, die Besitzern Rabatte auf die regulären Tarife einräumt, werden erhöht. Eine Bahncard 50 für die 2. Klasse wird künftig nicht mehr 212, sondern 220 Euro kosten. Das entspricht einem Aufschlag von 3,6 Prozent. Die Bahncard 25 verteuert sich in ähnlicher Höhe von 53 auf 55 Euro. Im Gegenzug profitieren Käufer der Rabatt-Karten künftig aber von einer Neuerung: Ab 9. Dezember ist die Auslands-Option "Railplus", die Tickets in 29 Staaten um 25 Prozent verbilligt, automatisch bei jeder Bahncard enthalten. Bislang mussten Bahnreisende dafür 15 Euro zusätzlich zahlen.

Platz-Reservierung

Drastisch teurer kommt es Reisende und Pendler künftig, sich einen Sitzplatz zu sichern. Für eine Platzreservierung müssen Kunden in der 2. Klasse künftig 50 Cent mehr bezahlen. Am Schalter werden dann vier Euro fällig. Im Internet und am Automaten kostet eine Buchung dann zwei Euro. Das kommt einem Aufschlag von 25 Prozent gleich.

Noch schlimmer trifft es Kunden der 1. Klasse: Die Reservierungsgebühr beim Online-Kauf oder am Automaten verdoppelt sich auf drei Euro. Beim Kauf am Schalter verlangt die Bahn statt 3,50 Euro künftig 5 Euro. Warum die Reservierung in der 1. Klasse damit deutlich mehr kosten soll, obwohl die Leistung die Gleiche ist, will die Bahn nicht kommentieren. Der Konzern verweist lediglich darauf, dass 200 zusätzliche Mitarbeiter eingestellt wurden, um die Fahrgäste in der Komfortklasse mehr zu verwöhnen.

Wochenend-Ticket

Ebenfalls teurer wird das beliebte Wochenend-Ticket, das bis zu fünf Personen jeweils samstags oder sonntags zum Festpreis bundesweite Bahn-Fahrten erlaubt. Das Spezialangebot steigt nach Bahn-Angaben um zwei auf 35 Euro. Unverändert bleibt der Preis des Bayern-Tickets und des Regio-Tickets.

Dauer-Spezial

Eine positive Nachricht: Die Bahn kündigte an, ihr Billigticket "Dauer-Spezial" mit bundesweiten Fahrten ab 29 Euro um ein Jahr bis zum 31. Dezember 2008 zu verlängern. Das Angebot mit Zugpreisbindung und begrenzten Kontingenten war im Sommer gestartet worden, um gegen die Tiefpreisangebote der Billigflieger zu bestehen.

Tipp für Sparfüchse

Gewiefte Bahnfahrer können den Preisaufschlägen ab 9. Dezember zumindest vorübergehend entgehen. Wer schon heute weiß, dass er nach dem Stichtag Bahn fahren muss, kann das Ticket bis zu drei Monate im Voraus erstehen und zahlt dann nur den alten Preis. Allerdings sind dann nach Bahn-Angaben keine Reservierungen möglich. Auch die Bahncard ist jetzt noch zum alten Preis zu haben - allerdings ohne "Railplus".

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